Link oder Leben

 

Hier ist Platz für alle Themen rund ums Laufen und Leben. Diese Rubrik kann sich bei besonderen Anlässen ändern und sich ganz speziell auf einen Wettkampf oder andere Dinge focussieren.   

 

Ansonsten ist hier Raum für alles, was uns bewegt. Freundschaft, Abenteuer, Liebe, Leben, Alltag oder Urlaub. Lasst euch einfach überraschen...


 




Freundliche Übernahme.


Wer kennt sie nicht? Die Trainerentlassungen im Profi-Fußball. Wie fest ein Trainer auf seinem Stuhl sitzt, hängt ganz allein von den Ergebnissen seines Teams ab. Egal wie gut oder schlecht er seinen Job macht, verliert er, sitzt er nicht mehr lange. So läuft es jedenfalls in 99 Prozent der Fälle. Ich nehme da mal die Ausnahmen Freiburg und Heidenheim raus, der Rest tickt genau so. Was stets folgt, ist die feindliche Übernahme durch einen neuen Trainer. So etwas gibt es bei uns (jedenfalls bisher) nicht. 


Bei mir sieht das anders aus. Ich bin jetzt seit 28 Jahren Trainer der Laufgruppe und sitze noch immer auf dem Stuhl. Das liegt natürlich in erster Linie daran, dass ich ehrenamtlich tätig bin und kein Geld koste. Die Gründe für die zweite Linie überlasse ich anderen.


Als die Laufgruppe loslegte, brauchte sie einen Trainer. Gar nicht mal jemanden, der die Laufweisheit mit Löffeln gefressen hat, sondern jemanden, der ungefähr wusste, wo es lang geht und der, wenn er es mal nicht wusste, immer jemanden fand, der es ihm sagen konnte. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Heute bräuchten wir eigentlich keinen Trainer mehr, denn: Jeder der ein oder zwei Jahre in der Gruppe ist, weiß, wenn er nicht absolut schwer von Verstand ist, wie der Hase läuft. So schwer ist Laufen nun auch nicht.



Ein Bild aus den Anfängen. Unser Team bei der 

Winterlaufserie in Holzminden. 


Insofern gibt es an Abenden wie gestern, wenn der Trainer mal nicht da ist, auch kein Problem. Wir haben mittlerweile eine Hand voll erfahrener Läufer, die einen Trainingsabend genauso gut leiten können, wie ich. Was mich im Übrigen sehr freut. So hat gestern Karsten das Zepter in die Hand genommen und die Truppe durch den Grünenplaner Teil des Hils gescheucht. Anschließend gab es noch eine Pizza. Was sollte da also schiefgehen?


Sollte ich mich also irgendwann aufs Altenteil zurückziehen, brauche ich mir keine Sorgen zu machen. Für Nachwuchs ist gesorgt. Diese Gruppe findet ihren Weg mittlerweile allein. Und falls doch mal jemand eine Frage hat: Ich habe Zeit…



Thomas Knackstedt



Fahren und laufen.


Das war das Wochenende. Am Samstag ging es mit Jan auf eine 60 Kilometer Rennrad-Runde. Das Wetter war bestens. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Einziger kleiner Wermutstropfen: Der Wind ärgerte uns hier und da ganz ordentlich.


Zunächst fuhren wir nach Freden. Die Marke hinauf lief es locker. Danach war die Runde über die Ohlenburg angesagt. Auch das lief hoch wie runter sehr gut. Als Würze streuten wir dann den Anstieg von Klump nach Schildhorst ein. Kurz, aber heftig ging es dort hinauf. Jan gab Gas und hängte mich ab. Na super. Wieder in Freden fuhren wir dann Flachstrecke gegen den Wind. Wir wechselten uns in der Führung ab und nachdem ich vorne Gas gegeben hatte und mich umdrehte, war kein Jan mehr da. Im Gegenwind abgerissen! Kann auch passieren. Anschließend ging es über Alfeld, die Leinewiesen, Brunkensen und Grünenplan nach Hause. Das hat richtig Spaß gemacht.



Jan und Richard Ringer nach dem Frankfurt Halbmarathon.


Heute wollte Jan einen Dreißiger laufen. Da hängte ich mich 9 Kilometer mit ran. Wir trafen uns am Roten Fuchs. Da hatte Jan schon 18 Kilometer auf dem Zettel. Zusammen liefen wir zum Von Langen Platz. Das war für Jan locker und für mich zügig. Danach trennten sich unsere Wege wieder. Jan lief seine letzten vier Kilometer und ich nach Hause.



Roman 2016 in Grodzisk.


Was lag sonst noch an? Unser Freund Roman aus Polen hat dort einen Wettkampf über 12 Kilometer gelaufen. Seine Zeit: 46 Minuten. Das war Platz 4 im Gesamtfeld. Roman ist noch immer ein verdammt schneller Läufer. Ein Top-Ergebnis.



Mario an der Marienburg. 


Ebenfalls ein hervorragendes Ergebnis schaffte Mario beim Salzgitter Triathlon. Mit 280 Teilnehmern startete er beim Volkstriathlon. 750 Meter Schwimmen, 25 Kilometer Rad fahren und 5,2 Kilometer Laufen waren zu absolvieren. Mario war nach 1:18 Stunden im Ziel. Damit belegte er Platz 11 im Gesamtfeld und gewann die Altersklasse M50. Sehr stark! Mario war von der Organisation und dem Ablauf der Veranstaltung sehr angetan.



Thomas Knackstedt



Der „Alltag“ des Langstreckenläufers.

Heute wird Laufen gern zum großen Event gehypt. Ich muss oft schmunzeln, wenn ich sehe und lese, dass Influencer über das Laufen schreiben oder berichten und dabei den Eindruck vermitteln, dass der eigentliche Vorgang des „ein Bein vor das andere setzen“ nur dann berichtenswert erscheint, wenn es entweder durch unglaubliche Landschaften geht oder aber der Lauf so hart und brutal ist, dass es einem Überlebenstraining gleichkommt. Natürlich braucht man dazu eine Ausrüstung und Verpflegung, die jedem Everest-Besteiger zur Ehre gereichen würde. Ich denke dann immer: „Okay Jungs (oder Mädels), ihr habt leider überhaupt keine Ahnung.“ Diese Meinung lasse ich mir auch nicht nehmen.


Ich bin da eher bei Emil Zatopek, dem tschechischen Ausnahmeläufer des letzten Jahrhunderts. Für ihn war laufen die natürliche Fortbewegung des Menschen. Dafür war und ist der Mensch gemacht. Es ist die einfachste Möglichkeit für kurze Momente zu fliegen. Immer dann, wenn kein Fuß den Boden berührt.



In diesem Sinne habe ich gestern meine Schuhe geschnürt. Ich hatte den ganzen Tag gewartet, weil ich hoffte, einen Regenschauer zu erwischen. Und ich hatte Glück. Ich lief locker und langsam den Ort hinunter, ohne mich anzustrengen. Dann ging es in die Feldmark und ich zog das Tempo etwas an. Nach einer Runde durch die Felder erreichte ich den nächsten Ort und dann kam der Regen. Hatte ich also alles richtig gemacht. Jetzt lag ein längerer Anstieg vor mir, den ich mit kurzen Schritten und wenig Tempo sogar genießen konnte. Oben angekommen warteten zwei Kilometer bergab auf mich. Da lief ich schneller und genoss die Regentropfen, die mich abkühlten. Wieder in meinem Heimatort ließ der Regen nach und ich nahm die letzten Kilometer etwas schneller unter die Sohlen meiner Schuhe. Wieder zu Hause fühlte ich mich einfach nur gut. Ich hatte nichts Spektakuläres abgeliefert, war einfach nur gelaufen, um des Laufens willen. Kein besonderes Ziel, kein Zeitdruck, kein Plan. Einfach ein ganz normaler „Alltag“ eines Langstreckenläufers. Viel mehr braucht es nicht…



Thomas Knackstedt



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Tuspo Grünenplan

 

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Bernd Meyer Staffelmarathon.