Sie laufen und laufen...
Unsere Läufer sind viel unterwegs. Hier werdet ihr immer wieder Berichte von unseren Wettkämpfen finden. Natürlich gibt es auch mal eine Homestory oder ein wenig Laufkunde. Lasst euch überraschen..
Wer unsere Gruppe nicht kennt: Wir laufen seit 1998 zusammen und sind mittlerweile über 20 Marathon- und Ultraläufer. 2008 haben wir in der Gruppe die schnellste Laufdurchquerung Deutschlands zu Fuß hinbekommen. Nach 2 Tagen und 22 Stunden waren wir in einer Staffel, ohne Unterbrechung, von Österreich nach Dänemark gelaufen. Ansonsten waren wir als Mannschaft bei den großen Marathons und Ultraläufen sehr erfolgreich und verfügen auch über ein paar verdammt schnelle Läuferinnen und Läufer.
Legen wir also los...
Trainingslager Edersee 2026.
Zum vierten Mal waren wir am Edersee. Unser Trainingslager im Februar ist ganz sicher eine Besonderheit, denn: Bei diesen Bedingungen ein hartes Trainingswochenende zu organisieren und durchzustehen, das verlangt jedem Einzelnen eine Menge mehr ab, als wenn man so etwas im Sommer durchziehen würde.
Zunächst einmal geht ein ganz Herzliches Dankeschön an unseren Johannes. Er hat das Trainingslager mit allem Drumherum wieder fantastisch organsiert. Auf ihn können wir uns hundertprozentig verlassen.
Gruppenfoto vor dem Laufstart.
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt 20 Läuferinnen und Läufer dazu zu bringen innerhalb von 44 Stunden knapp 60 Kilometer abzuspulen, und das nicht nur im Dauerlauf, sondern auch in Tempoeinheiten, halten viele Läufer vermutlich für unmöglich. Ich muss sagen: Bei unserer Truppe ist das kein Ding. Die Mädels und Jungs sind hart im Nehmen und sie wollen auch genau das. Sie wissen, dass vor dem Erfolg die Arbeit steht. Die haben wir an diesem Wochenende abgeleistet.
Vorweg kann ich sagen, dass ich mit dem, was ich am Edersee gesehen habe, hochzufrieden bin. Die Gruppe ist richtig gut drauf und alle haben die ersten vier Wochen des Jahres perfekt genutzt, um sich in eine bereits ansprechende Form zu bringen.
Unterwegs ein kurzer Stop für ein Foto vor dem See.
Das Programm war hart. Freitagnachmittag ein 10 Kilometer-Lauf, bei dem 5 Tempokilometer eingebaut waren. Bei der Kälte kein Geschenk. Wenigstens hatten wir eine schneefreie Strecke. Das machte es erträglicher.
Jacqueline und Roman geben Gas.
Samstagmorgen ging es über 20 Kilometer von denen einige schneebedeckt und schwer zu laufen waren. Das ging in die Beine.
Annike und Marco stehen dem in nichts nach.
Wie anstrengend der Vormittagslauf war, merkten wir erst, als am Nachmittag 5 x 2000 Meter Intervalltraining anstand. Ein großer Brocken, den alle mit hoher Motivation zur Seite räumten.
Auch Ulrike und der Trainer beeilen sich.
Sonntagmorgen wurden die 15 Abschlusskilometer, komplett ohne Schnee, mit fünf Tempoeinlagen gewürzt, die es in sich hatten. Da war für den ein oder anderen Läufer nun wirklich Schluss mit lustig.
Jetzt sind wir mit dem Trainingslager durch und warten auf die ersten Wettkämpfe. Ich bin guter Dinge, das wir dort gute Ergebnisse einlaufen werden. Zu allem, was sonst noch so im Trainingslager passierte, werdet ihr demnächst eine Homestory lesen.
Thomas Knackstedt
Lang und langsam.
Der Winter hat sich bei uns festgesetzt. Okay, wir haben Januar. Da ist es keine Seltenheit, dass es glatt ist und Schnee liegt. Die meisten Menschen haben das in den letzten Jahren vermutlich vergessen. Wobei das, was wir gerade erleben, im Vergleich zum Winter 1978/79 nicht mehr ist als drei Flocken auf 10 Quadratmetern. Früher war ganz sicher mehr Winter. Und das nicht nur gefühlt. Ich weiß noch, dass ich jedes Jahr mit Langlaufskiern unterwegs war. Irgendwann habe ich sie dann zum Sperrmüll gestellt, da es einfach kaum noch Schnee gab. Für unser Training ist die derzeitige Wetterlage natürlich herausfordernd. Ich will nicht, dass meine Läufer stürzen oder sich verletzten. Insofern müssen die Laufstrecken und Einheiten gut überlegt sein.
Gestern war das einfach. Ich lief vorweg mit Ulrike und Karsten schon mal 10 Kilometer. Da konnten wir die Gegebenheiten der Untergründe testen. An einigen Privatgrundstücken lag noch Schnee, aber das war die Ausnahme. Die Radwege waren allesamt geräumt und gestreut. Es konnte also losgehen. Am Treffpunkt fanden sich Ulrike, Sarah, Annike, Arne, Jan, Karsten, Johannes, Jürgen, Marco, Roman und ich ein. Auch einige andere Marathonis hatten schon ein paar Kilometer „vorgespult“. So drehten wir noch eine 10 Kilometer Runde über Kaierde. Lediglich auf dem Abschnitt vom Ortsende bis zum Forsthaus lag Schnee auf der Fahrbahn. Da es am Ende des Trainings immer kälter wurde, mussten wir aufpassen, da hier und da die Wege leicht anfroren. Aber es ging alles gut.
Mit Messer und Karsten bei besseren Bedingungen unterwegs.
Wir waren langsam, aber sicher unterwegs. Darauf kommt es im Moment an. Die Rutscherei beim Laufen kostet Kraft und Überlastungen oder Verletzungen sind da vorprogrammiert. Deshalb ist es wichtig genau zu überlegen, wo man seine Trainingseinheiten ableistet. Ein paar von uns sind auch auf dem Laufband unterwegs. Aber das spare ich persönlich mir für das nächste Leben auf. Jetzt sind meine Gedanken erst einmal beim Trainingslager. Auch da heißt es: Sicherheit geht vor! Also schauen wir mal, wie das wird.
Thomas Knackstedt
Thomas allein unterwegs.
Ich kann mir nicht helfen, aber die Läufe über 30 Kilometer in der Vorbereitung fallen mir immer schwerer. Wobei, wenn ich erst einmal losgelaufen bin, dann geht es schon, aber vorher…
Ich muss mich immer mehr „in den Hintern treten“ um die langen Läufe zu absolvieren. Das sah vor ein paar Jahren noch ganz anders aus. Da konnte ich es kaum erwarten am Wochenende den Langen Lauf zu beginnen. Momentan ist meine Motivation für die „Langen Kanten“ jedenfalls ziemlich im Keller.
2014, mit Carola und dem Doc, war Motivation kein Problem.
Insofern war ich heute gar nicht traurig, dass ich den Langen Lauf allein hinter mich gebracht habe. Das Wetter war okay. 2 Grad plus, leichter Wind und ein freier Radweg von Delligsen nach Brunsen. In den Orten Delligsen und Ammensen waren ein paar Grundstücke überhaupt nicht geräumt. Da dachte ich beim Rutschen und Schliddern mal wieder an ein Ordnungsgeld. Aber das wird wohl ein Traum bleiben.
Die Strecke sah so aus: Vom Start 3 Kilometer leicht bergab. Dann 7 Kilometer bergauf. Danach 3 Kilometer bergab und wieder 2 Kilometer bergauf. Dort war dann der Wendepunkt und es ging zurück.
Der Lauf begann spaßig. Ich hatte mir 0,7 Liter Isogetränk in einer Gürtelflasche mitgenommen. Als ich bei Kilometer 6 das erste Mal trinken wollte, stellte ich fest, dass noch 0,2 Liter in der Flasche waren. Der Rest hatte sich verflüchtigt. Die Flasche war trocken und ich schüttelte sie ordentlich. Aber sie war dicht. Wo die Flüssigkeit geblieben ist? Ich habe keine Ahnung. In jedem Fall trank ich den Rest gleich aus, da ich Angst hatte, dass er sonst auch noch verschwindet.
Bei Kilometer 10 hatte ich den höchsten Streckenpunkt in 55 Minuten erreicht. Jetzt ging es hügelig über die nächsten 10 Kilometer. Der Wendepunkt bei Kilometer 15 sah mich bei 1:21 Stunden. Bei Kilometer 20 zeigte die Uhr 1:48 Stunden an. Jetzt ging es bergab und ich konnte es laufen lassen. Nur die letzten 3 Kilometer in Delligsen gingen noch einmal leicht bergauf. Hier hängte ich mich noch einmal rein. Nach 2:38 Stunden war ich wieder am Ausgangspunkt. Alles in allem was das zufriedenstellend. Wenn da nur nicht die Sache mit der Motivation wäre…
Thomas Knackstedt