Sie laufen und laufen...        

        

Die Delligser Läufer sind viel unterwegs. Hier werdet ihr immer wieder Berichte von den Wettkämpfen der Delligser finden. Natürlich gibt es auch mal eine Homestory oder ein wenig Laufkunde. Lasst euch überraschen..

 

Wer unsere Gruppe nicht kennt: Wir laufen seit 1998 zusammen und sind mittlerweile über 20 Marathon- und Ultraläufer. 2008 haben wir in der Gruppe die schnellste Laufdurchquerung Deutschlands zu Fuß hinbekommen. Nach 2 Tagen und 22 Stunden waren wir in einer Staffel, ohne Unterbrechung, von Österreich nach Dänemark gelaufen. Ansonsten waren wir als Mannschaft bei den großen Marathons und Ultraläufen sehr erfolgreich und verfügen auch über ein paar verdammt schnelle Läuferinnen und Läufer. 


 

Legen wir also los...


 


Heute gibt es hier den offiziellen Pressebericht mit Bildern vom Rennen in Hiddestorf. Die Tage folgt noch eine Homestory mit ein paar tollen Schnappschüssen vom Drumherum, die Kathrin "geschossen" hat. Da könnt ihr euch schon drauf freuen...



DSC Läufer überzeugen in Hiddestorf.


Es war der letzte Test zur Formüberprüfung vor dem Magdeburg Marathon am 10.10.2021, auf den sich die Läufer des Delligser Lauftreffs vorbereiten. Prognosen von Unterdistanzen auf den Marathon zu ziehen ist nicht möglich, aber: Die aktuelle Fitness und die mentale Stärke darf man sich schon mal mit einer Bestzeit über 10 Kilometer bestätigen. Ein Teil der Delligser Läuferinnen und Läufer tat beim Hiddestorfer Rübenlauf genau das.



Gewusel vor dem offiziellen Mannschaftsfoto.



Dann steht die Truppe.


Die Strecke in Hiddestorf waren, wie der gesamte Lauf, Corona-konform verändert worden. Es ging flach durch die Feldmark rund um Hiddestorf. Dabei mussten sich knapp 120 Läufer teilweise mit starkem Wind auseinandersetzen. Ansonsten waren die Bedingungen optimal.



Jürgen und Annike.



Bei Natascha lief es heute richtig gut.



Jan "schnuppert" schon mal an der starken Konkurrenz.


Der neu aufgestellte Lauftreff schickte heute sein „Youngster“ ins Rennen. Auf deren Abschneiden waren Trainer Thomas Knackstedt und Lauftreff-Urgestein Jürgen Bartsch mehr als gespannt. Die Wettkampfluft scheint den „Neuen“ zu schmecken. Sie überzeugten mit guten Ergebnissen.



Da hatten mich Melina und Dennis schon abgehängt.



Ja, ganz genau diese Beiden.


Bei den Frauen zeigte Melina Köppelmann, was sie momentan schon zu leisten im Stande ist. Sie lief ein absolut gleichmäßig getimtes Rennen mit 41:22 Minuten ins Ziel. Das war Platz 2 im Gesamtfeld und Platz 2 in der Altersklasse W30. Nach 45:49 Minuten beendete Natascha Seyd ihren beherzten Lauf. Platz 5 im Gesamtfeld und Platz 2 in der Altersklasse W35 waren der verdiente Lohn. Das Trio der starken Delligser Frauen wurde von Annike Wiedemann komplettiert. Sie überquerte den Zielstrich nach 47:40 Minuten und belegte damit Platz 6 im Gesamtfeld und Platz 3 in der W30.



Zieleinlauf von Annike und Jürgen.



Zusammen mit Dennis ins Ziel.



Melina erwartet uns schon.


Die Männer trafen auf starke Konkurrenz aus dem Raum Hannover. Jan Thomschke nutzte das, um mit einer Zeit von 38:26 Minuten einen „Traumeinstand“ hinzulegen. Das war Platz 7 im Gesamtfeld und Platz 2 in der M35. Thomas Knackstedt benötigte 42:37 Minuten für den Kurs. Das war am Ende Platz 21 bei den Männern und Platz 2 in der Altersklasse M60. Dennis Meyer war nach  42:40 Minuten im Ziel. Damit belegte er Platz 22 bei den Männern und Platz 5 in der Altersklasse M30. Jürgen Bartsch, der Annike Wiedemann auf der Strecke begleitete, lief eine Zeit von 47:41 Minuten. Das war Platz 41 bei den Männern und Platz 4 in der Altersklasse M60.


 

Nur Fliegen ist schöner: Melina.



Heute schnell und(zumindest auf der Strecke) entspannt: Natascha.



Das ist die Entschlossenheit, die der Trainer sehen möchte. Jan bei einem fulminanten Schlussspurt.


Es war ein guter Auftritt in Hiddestorf. Die Form, soweit sich das auf der „Kurzstrecke“ sagen lässt, stimmt. Was allerdings noch viel wichtiger ist: Die jungen Läuferinnen und Läufer, laufen Zeiten, von denen sie vor einem Jahr nur träumen konnten, und: Die Chemie in der Gruppe funktioniert bestens. Vor allem diese Erkenntnis lässt Trainer Thomas Knackstedt sehr positiv in Richtung Marathonstart blicken.



Thomas Knackstedt

 



Je kürzer die Strecke...


... je einfacher die Taktik. So könnte man das herunterbrechen. Aber natürlich bedeutet Taktik sehr viel mehr. Ganz allgemein gesagt, habe ich beim Laufsport folgendes gelernt: Um auf der 10 Kilometerstrecke gravierende Fehler zu machen, muss man(Verzeihung) schon ziemlich blöd sein. Beim Marathon sieht das ganz anders aus. Auf der Langstrecke warten zahlreiche Fehler darauf, begangen zu werden. Auf den 5 oder 10 Kilometern kann man eigentlich nur VIEL ZU SCHNELL loslaufen, mehr zum kaputtmachen gibt es da nicht.


Sonntag in Hiddestorf sieht das etwas anders aus. Da ist die Coronapandemie ein weiterer Aspekt, der für Taktik wenig übrig hat. Bei einem Wettkampf auf einer nicht amtlich vermessenen Strecke(Hiddestorf ist genau das) kommt es auf Zeiten eigentlich nicht an. Die wandern eh nicht in die Bestenlisten. Hier zählt allein die Platzierung. Da heißt es, die Augen aufmachen und schauen, an welcher Position man ist und wohin man will.


Da die Pandemie jedoch dafür sorgt, dass die Startfelder in zeitlichen Abständen ins Rennen geht, ist es vorbei mit der Positionsbestimmung. Da kann man mit einer Sekunde Rückstand Zweiter werden, ohne dass man den Ersten je gesehen hat.


Für uns heißt das: Nur die Zeit zählt! Also von Anfang an die Beine in die Hand nehmen und Gas geben. Aber den ersten Absatz da oben bitte nicht vergessen. Ich erwarte von meinen Läufern, dass sie ungefähr wissen, wie schnell sie die 10 Kilometer laufen können. Nehmen wir mal an, da ist jemand, der sich eine Zeit von 45 Minuten zutraut. Der sollte in einer 4:30 Minuten auf den Kilometer loslaufen und, wenn er sich nach 5 Kilometern noch gut fühlt, so schnell laufen, wie er dann noch kann., Der gleiche Läufer, der die ersten 5 Kilometer in 4:15 Minuten pro Kilometer abreißt und dann den sterbenden Schwan gibt, der hat es nicht kapiert.



Ein Meister der Renneinteilung: Karsten.


In diesem Sinne erwarte ich von meinen Läuferinnen und Läufern am Sonntag keine Taktik, sondern eine gute Renneinteilung. Wer das am besten hinbekommt, der wird am Ente die Früchte seiner Cleverness ernten.



Thomas Knackstedt



Mit viel Gefühl.


Der Marathon hat seine eigenen Gesetze. Eines, das für mich geradezu ultimativ ist, lautet: Versuche so gleichmäßig wie möglich über die 42 Kilometer zu kommen! Versuche bloß nicht, vorn Zeit "gut zu machen". Das geht immer in die Hose.


Logisch, dass da das Einhalten des Marathonrenntempos ein wichtiger Bestandteil des Training ist. Muss man halt üben. Ich streue das immer wieder ins Training ein und WILL, dass jeder Läufer ungefähr sein MRT auf Tasche hat OHNE auf die Uhr zu schauen. Das MRT muss abrufbar sein, wie ein auswendig gelerntes Gedicht. Dann kann nicht mehr viel schiefgehen.


Heute standen zwei Mal 3000 Meter auf dem Plan. Der erste 3000er sollte im MRT gelaufen werden, der Zweite volle Pulle. Kathrin, der Doc, Arne, Jan, Mattis, Dennis, Mario und ich versuchten uns an dieser Übung.


Wir liefen uns nach Kaierde warm, dann waren für Mattis, Dennis, Mario und mich die 3000 in 13:45 Minuten angesagt. Kathrin und der Doc hatten für die Strecke 17 Minuten auf dem Zettel. Arne sollte irgendwo zwischen uns liegen und Jan lief nur locker mit, da seine Verletzung noch nicht ganz auskuriert ist.



Mattis auf der Bahn.


Was soll ich sagen? Ich war nach 13:35 Minuten durch. Da waren Mattis, Dennis und Mario mir schon weit enteilt. Hatten die nicht  zugehört? Oder stimmt das etwas mit dem Laufgefühl nicht? Musste der Trainer wieder mal meckern. Der Rest der Truppe packte seine vorgegebene Zeit.


Nach zwei Kilometern traben, ging es auf den Schlussintervall. Hier legte Mario eine 11:15 Minuten hin. Ich folgte mit 12:22 Minuten. Mattis war nach 13 Minuten durch, Dennis kam 15 Sekunden später rein. Arne war nach 14 Minuten über die Strecke. Der Doc benötigte 14:50 Minuten und Kathrin lief kurze Zeit später durchs Ziel.


Das war anstrengend und hoffentlich lehrreich. Das richtige Tempo ist extrem wichtig. Vorne Zurückhaltung üben und hinten alles geben. Das macht oft einen guten Marathon aus.



Thomas Knackstedt





 

 

 

 

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