Sie laufen und laufen...     

        

Die Delligser Läufer sind viel unterwegs. Hier werdet ihr immer wieder Berichte von den Wettkämpfen der Delligser finden. Natürlich gibt es auch mal eine Homestory oder ein wenig Laufkunde. Lasst euch überraschen..

 

Wer unsere Gruppe nicht kennt: Wir laufen seit 1998 zusammen und sind mittlerweile über 20 Marathon- und Ultraläufer. 2008 haben wir in der Gruppe die schnellste Laufdurchquerung Deutschlands zu Fuß hinbekommen. Nach 2 Tagen und 22 Stunden waren wir in einer Staffel, ohne Unterbrechung, von Österreich nach Dänemark gelaufen. Ansonsten waren wir als Mannschaft bei den großen Marathons und Ultraläufen sehr erfolgreich und verfügen auch über ein paar verdammt schnelle Läuferinnen und Läufer. 


 

Legen wir also los...

 


Delligser Läufer kämpfen sich beim 

Zugspitz-Ultratrail ins Ziel.


Es ist der härteste Berg-Trail-Lauf, den es in Deutschland gibt. Beim Zugspitz-Ultratrail haben Läufer aus aller Welt die Möglichkeit, sich auf Strecken von 29 bis 106 Kilometern Länge mit extremen steilen Wegen und Trail-Pfaden in den Alpen auseinanderzusetzen.



Vor dem Start waren es noch fünf.


Im letzten Jahr waren Annike Wiedemann und Dennis Meyer dort am Start. In diesem Jahr begeisterten die Beiden ihre Mitläufer Natascha Seyd, Jan Thomschke und Roman Feichtinger dafür, ebenfalls dort zu starten. Am 15. Juni 2024 war es dann soweit.



Das ganze Gedöns musste mit.


Leider musste Annike Wiedemann einen Tag vor dem Start aus gesundheitlichen Gründen passen. Sie hatte sich erkältet und traute sich dadurch nicht zu, den 68 Kilometer langen, beinharten Leutasch-Trail, mit 2870 Höhenmetern, zu laufen. Eine sehr vernünftige Entscheidung.



Dennis sagt: "Ich habe fertig!"


So gingen Dennis Meyer und Roman Feichtinger auf dem 44 Kilometer langen Mittenwald-Trail, mit 1860 Höhenmetern, ins Rennen. Natascha Seyd und Jan Thomschke liefen den längeren Leutasch Trail. Auf die Läufer warteten Matsch, Schneefelder, Geröllhalden, Waldstücke und Bachquerungen. Alles, in traumhaft schöner Landschaft und sehr anspruchsvoll zu laufen. Die Starts der Läufe erfolgten bei strahlendem Sonnenschein. Ab dem Mittag begann es dann zu regnen.



So ging es hinauf.


Dennis Meyer und Roman Feichtinger starteten aus verschiedenen Startblöcken. Meyer kam sehr gut ins Rennen und verlor nach hinten einige Plätze. War er im letzten Jahr noch gestürzt und ausgeschieden, so lief er dieses Mal ins Ziel. Der Lauf war für ihn und Roman Feichtinger extrem anstrengend. Meyer war nach 6:22 Stunden im Ziel. Roman Feichtinger, der seinen ersten Ultralauf absolvierte, benötigte 7:05 Stunden. Von den 623 Läufern auf diesem Trail landeten Meyer auf Platz 245 und Feichtinger auf Platz 375. Beide waren komplett erschöpft und überglücklich, als sie das Ziel erreichten.



Aber auch bergab wurde es kompliziert.


Der Leutasch-Trail sah 400 Männer und 150 Frauen am Start. Natascha Seyd und Jan Thomschke liefen das Rennen zusammen. Aus dem Ort heraus ging es sofort in die erste, extreme Steigung. Die bewerkstelligten Seyd und Thomschke in 2:20 Stunden. Originalton Thomschke: „Das hatte mit Laufen und Wandern nichts zu tun. Das war schon Bergsteigen. Hände auf die Oberschenkel und irgendwie nach oben.“ Beim ersten Verpflegungspunkt gab es dann erst einmal eine Pizza.



Jan arbeitet sich nach oben.


Als das erste, steile Bergabstück anstand, stellten die Delligser fest, dass es ein Fehler war, auf Stöcke zu verzichten. Es ging über Schneefelder, Bäche und Steine. Die Oberschenkel quittierten die Tortur mit Schmerzen. Dennoch arbeiteten sich Seyd und Thomschke Platz für Platz nach vorn.



Natascha sucht ihren Weg im Nebel.


Dann fing es zu regnen an. An den Verpflegungspunkten wurden Gels, Bananen, Brote und Brühe gegessen. Seyd und Thomschke unterstützten sich während des Laufs und gerieten an ihre Grenzen. Sie machten sich Mut, stritten, schwiegen, planten, vor allem aber liefen sie! So ging es im Feld weiter nach vorn. Bis Kilometer 40 fühlte sich Thomschke prächtig, dann merkte er die Erschöpfung des Rennens. Seyd wurde jetzt immer stärker. Die letzte, extrem harte Steigung bewältigten die Beiden zusammen, um sich auf dem letzten Berggipfel, bei der Verpflegungsstation „Schnaps“ einen Gin-Tonic und einen Aperol zu genehmigen. Danach ging es über 600 Höhenmeter und 10 Kilometer Länge steil bergab. Hier wurden die Schmerzen in den Oberschenkeln höllisch. Thomschke war sich sicher, würde er jetzt anhalten, käme er nicht mehr in Gang. So wurden die letzten Verpflegungsstände ausgelassen und es ging Richtung Ziel weiter. Auf den letzten beiden Kilometern, flach und asphaltiert, kamen Seyd und Thomschke noch einmal richtig gut ins Laufen. Nach 10:31 Stunden harter „Lauf-Arbeit“ war das Ziel dann erreicht.



Da war die Welt noch ziemlich in Ordnung.


Am Ende wurde Thomschke 122. und belegte Platz 31 in der Master Man Wertung. Seyd wurde sehr gute 9. in der Master Woman Klasse und belegte Platz 33 in der Frauen Gesamtwertung. Ein hervorragendes Ergebnis.



Doch es wurde immer schwerer.


Für die Delligser Läufer war der Zugspitz Ultratrail eine Extrem-Erfahrung. Alle waren sich sicher, dass sie ohne ihre gute Vorbereitung nicht ins Ziel gekommen wären. Unterwegs waren sie über jede Handy-Nachricht aus der Heimat dankbar, da jede Ablenkung auch von den Schmerzen in den Beinen ablenkte.



Am Ende sind die Strapazen dann vergessen.


Am Ende blieb vor allem ein unglaublicher Stolz, diese Bewährungsprobe bestanden zu haben. Jeder war ganz nah an seiner persönlichen, körperlichen Leistungsfähigkeit. Mit Eigenmotivation und einer starken physischen Präsenz erreichten die vier Delligser das Ziel ihrer Läufe. Ob sie dort noch einmal starten werden? Schauen wir mal…



Thomas Knackstedt



Laufen und warten.


Gestern Abend haben wir die Helfereinweisung im Alfelder Rathaus durchgeführt. Der Bernd Meyer Staffelmarathon startet am Sonntag und unsere Vorbereitungen sind damit abgeschlossen.


Wie im letzten Jahr hat die Arbeit mit dem Organisationsteam sehr viel Spaß gemacht. Wir fühlen uns dort alle, so glaube ich ganz fest, sehr gut aufgehoben und können auch einiges bewegen. Jetzt heißt es nur noch warten, bis am Sonntag der Startschuss fällt.


Bis dahin wird natürlich gelaufen. Annike, Natascha, Dennis, Roman und Jan sind beim Zugspitz Ultratrail angereist und werden dort Morgen die Berge erstürmen. Ihr werdet hier lesen, wie das ausgeht.


Ich hatte mir vorgenommen mit meinem allerliebsten "Laufkumpel" eine große Waldrunde zu drehen. Arkadi braucht wieder ein bisschen Langstrecken-Training. Da haben wir in den letzten Monaten ein wenig "geschlammt." Also ging es heute 14 Kilometer durch den Hils. Was für eine Freude.



Zwei ganz starke Typen.


Danach wurden noch 6 Kilometer mit Kathrin ausgelaufen, so dass unsere beiden "Herren" auf 20 Kilometer kamen. Nicht schlecht. Arkadi hat hinterher auch für zwei gefressen. Dann schauen wir mal, was das Wochenende uns bringt...



Thomas Knackstedt



Laufen am großen Fluss.


Es ist immer wieder schön, auch mal woanders die Laufschuhe zu schnüren. Wobei... es gibt ja eigentlich kein schöneres Laufrevier als den Hils. Aber ab und zu genehmigen wir uns auch andere Strecken.


So kam es heute, dass ich zusammen mit Sabine an einem ganz großen Fluss laufen durfte. Die Landschaft war traumhaft schön. Und da Sabine noch immer nicht richtig fit ist, konnte ich auch gut mithalten. So ist es halt. Des einen Leid ist des anderen Freud.



Heute gab es an unserer Laufstrecke Natur...


Kathrin und Detlef hatten ebenfalls die Laufschuhe geschnürt. Sie liefen eine Extrarunde. Sabine und ich machten ein paar Kilometer mehr und liefen den Beiden dann entgegen.




...und Technik zu sehen.


Wir benötigten für 12 Kilometer 65 Minuten. Ich weiß; so was hätte es früher nicht gegeben. Aber früher waren wir zusammen auch nicht 128 Jahre alt. Der Wind wehte uns ordentlich um die Ohren und wir hatten mehr als genug Luft, um zu quatschen und alle Eindrücke, die uns unsere Augen mitteilten, aufzusaugen. Das war eine verdammt schöne Runde. Mein Fazit: Mit den richtigen Menschen an deiner Seite macht das Laufen in jedem Tempo Spaß.



Thomas Knackstedt