Sie laufen und laufen...        

        

Die Delligser Läufer sind viel unterwegs. Hier werdet ihr immer wieder Berichte von den Wettkämpfen der Delligser finden. Natürlich gibt es auch mal eine Homestory oder ein wenig Laufkunde. Lasst euch überraschen..

 

Wer unsere Gruppe nicht kennt: Wir laufen seit 1998 zusammen und sind mittlerweile über 20 Marathon- und Ultraläufer. 2008 haben wir in der Gruppe die schnellste Laufdurchquerung Deutschlands zu Fuß hinbekommen. Nach 2 Tagen und 22 Stunden waren wir in einer Staffel, ohne Unterbrechung, von Österreich nach Dänemark gelaufen. Ansonsten waren wir als Mannschaft bei den großen Marathons und Ultraläufen sehr erfolgreich und verfügen auch über ein paar verdammt schnelle Läuferinnen und Läufer. 


 

Legen wir also los...



Der Neue.


Es gibt ein neues Gesicht in der Laufgruppe. Obwohl... ihr müsst es euch noch nicht merken, es ist so eine Art Nachwuchstalent. Der braucht mindestens noch ein Jahr, bis wir ihn mit auf Strecke nehmen können. Aber dann, da bin ich mir sicher, wird er uns stehen lassen.



Vor dem Training.


Der Neue ist vorher in einer 10köpfigen Nachwuchsmannschaft in Wickensen gelaufen. Jetzt ist er zu uns gewechselt. Wir sind ziemlich froh, dass wir so ein junges Talent verpflichten konnten.



Nach dem Training.


Das erste Training heute war allerdings ein wenig enttäuschend. Nach einem 10minütigen Intervalltraining mit seiner Schwester war unser Neuer fix und fertig. 


Ich denke, da kommt noch jede Menge Arbeit auf uns zu...



Thomas Knackstedt





"Schnelles" Geld!

 

Beim Fußball sagte man früher: Geld schießt keine Tore! Heute weiß man, dass das ein Irrtum war. Geld schießt sehr wohl Tore.

 

Beim Marathon fällt mir dazu seit ein paar Tagen der Spruch ein: Geld macht schnell! Eliud Kipchoge, der kenianischen Weltklasseläufer, ist als erster Mensch die 42,195 Kilometer unter 2 Stunden gelaufen. Wobei… es ist ein Muster ohne Wert. Mit dem eigentlichen Marathonlaufen hatte dieser Event des Chemiekonzerns Ineos, der den ganzen „Spaß“ bezahlte, nicht viel zu tun. Zwar wird Deutschlands Marathonspezialist Arne Gabius mit den Worten „Für mich ist das eine echte Zeit“ zitiert, aber: Das ist seine Meinung. Meine ist eine andere.

 

Wobei ich gar nicht die sportlich extraordinär starke Leistung Kipchoges kleinschreiben will. Kipchoge ist momentan DER Läufer auf der Langstrecke. Vor allem aber ist er über jeden Dopingverdacht erhaben. Nie kam er in Verdacht, verbotene Substanzen zu konsumieren. Allein das ist aller Ehren wert.

 

Jetzt lief er also unter Laborbedingungen die schnellste Zeit seines Lebens. Er beteuert, dass Geld dabei keine Rolle spielte. Wieso eigentlich? Er braucht sich dafür nicht zu schämen. Wenn eine große Firma jedoch Millionen springen lässt, um eine Laufstrecke im Wiener Prater zu präparieren und 41 Weltklasseläufer bezahlt, damit sie als „Hasen“ für Kipchoge laufen, dann spielt Geld allerdings schlichtweg die größte Rolle. Vor allem, wenn man weiß, dass man ein Muster ohne Wert produziert. Einen Rekord, der keiner sein wird, da ihm niemand die offizielle Anerkennung gewähren wird.


 

Ich habe mich gefragt: Wann laufe ich am schnellsten? Wenn man mir ein Bündel Scheine vor die Nase hält? Oder wenn ich eine Bestzeit laufen dürfte, die allerdings später in keiner einzigen Bestenliste zu finden sein wird? Ganz sicher nicht. Ich bin immer dann am schnellsten gelaufen, wenn ich mich in einem Wettkampf mit der Konkurrenz messen musste. Egal, ob ich nachher vor ihr, oder hinter ihr im Ziel war. Der sportliche, faire Wettstreit mit anderen; am liebsten mit den Mitgliedern meiner eigenen Laufgruppe, hat mich stets am meisten motiviert.

 

Vermutlich kann man uns Amateure da nicht mit den Profis vergleichen. Aber: Der Sport, den wir betreiben, ist der gleiche. Ohne Wenn und Aber. Allerdings auch ohne das Geld. Der Profisport, egal ob im Laufbereich, beim Fußball, Golf, Basketball, oder vielen anderen Sportarten hat sich zu einer kaufbaren Ware reduziert. Das ist schade. Mag sein, dass der Zeitgeist das so will. Ich glaube aber fest daran, dass es jede Menge Sportler gibt, die das anders sehen und auch anders wollen. Die sich ein Stück weit zurücksehnen an die Zeit, als es bei den Olympischen Spielen noch wirklich darum ging, dabei zu sein. Wo es wichtiger war Teil einer Idee zu sein, als zu fragen, ob es sich lohnt. Für diesen Gedanken lasse ich mich gern als naiv oder verträumt bezeichnen. Es gibt weitaus Schlimmeres…



Thomas Knackstedt




Unterwegs


Seit vielen Wochen habe ich es an diesem Wochenende das erste Mal wieder geschafft, Samstag und Sonntag zu laufen. Das hat sich gut angefühlt, war aber auch nicht einfach.


Wenn man so lange ausgefallen ist, kommt man nur zögerlich wieder ins Laufen. Man hört noch immer in sich hinein und vermutet schnell, dass da  noch immer nicht alles in Ordnung ist. Wobei sich viele dieser "Probleme" auch im Kopf abspielen.


Samstag habe ich mich von Kathrin am Roten Fuchs rauswerfen lassen und bin eine 12 Kilometerrunde durch den Hils nach Hause gelaufen. Ich war so heiß auf die Runde, dass ich zu schnell loslief und nach zwanzig Minuten feststellen musste, dass dieses Tempo momentan viel zu schnell für mich war. Den Rest der Strecke legte ich dann im Schleichgang zurück.



Heute teilte ich mir eine 15 Kilometerrunde besser ein. Ich begann langsam und konnnte hinten heraus ein für mich ganz ordentliches Tempo laufen. Das machte jede Menge Spaß und ich hoffe, dass ich dieses gute Gefühl in den nächsten Wochen noch öfter erleben darf.



Thomas Knackstedt






 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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