Sie laufen, und laufen, und laufen...        

         

Die Delligser Läufer sind viel unterwegs. Hier werdet ihr immer wieder Berichte von den Wettkämpfen der Delligser finden. Natürlich gibt es auch mal eine Homestory oder ein wenig Laufkunde. Lasst euch überraschen..

 

Wer unsere Gruppe nicht kennt: Wir laufen seit 1998 zusammen und sind mittlerweile über 20 Marathon- und Ultraläufer. 2008 haben wir in der Gruppe die schnellste Laufdurchquerung Deutschlands zu Fuß hinbekommen. Nach 2 Tagen und 22 Stunden waren wir in einer Staffel, ohne Unterbrechung, von Österreich nach Dänemark gelaufen. Ansonsten waren wir als Mannschaft bei den großen Marathons und Ultraläufen sehr erfolgreich und verfügen auch über ein paar verdammt schnelle Läuferinnen und Läufer. 


 

Legen wir also los...



Wärmer, härter, schneller…


… das sind die ersten Begriffe, die mir zum Mauerweglauf 2018 aus Sicht der Vierer Staffel KD101 einfällt. Genau, das waren wir: Friedel, Tobi, ich und Dorit(in Reihe der Startfolge). Kurz und knapp kommt jetzt der Wettkampfbericht der 161 Kilometer.


56 Vierer Staffeln machten sich Punkt  7 Uhr vom Friedrich Ludwig Jahn Sportpark auf den Weg, um den Verlauf der ehemaligen Mauer abzulaufen. Friedel führte uns ins Rennen. Ich hatte ihm am Vorabend gesagt, dass er in diesem Jahr bitte weniger für Fotos mit hübschen Frauen an der Strecke posieren sollte. Dann wäre er auch schneller. Daraufhin zeigte Friedel es mir. Er lief seine 59 Kilometer in 5: 54 Stunden und übergab auf Platz 11 liegend an Tobi.


Unser „Neuer“ zeigte, was er drauf hat. Die Sonne war jetzt rausgekommen und Tobi arbeitete sich auf 31 Kilometern durchs große Läuferfeld nach vorn. Nach  2:33 Stunden hatte er uns auf Platz 7 gelaufen und übergab beim Schloss Sacrow auf mich.



Tobi erreicht Schloss Sacrow.


Auf meinen 37 Kilometern überholte ich einige Läufer, aber nach 20 Laufkilometern war es dass dann auch. Meine letzten 17 Kilometer sah ich keinen einzigen Läufer mehr. Mir fiel die Strecke wesentlich schwerer als im letzten Jahr. Okay, es war auch 10 Grad wärmer.  Nach 3:07 Stunden übergab ich den Transponder an Dorit. Wir waren noch immer auf Platz 7 und ich war fix und fertig.



Mit Ella vor dem Start am Schloss Sacrow.


Dorit lief ihre 34 Kilometer sicher nach Hause. Sie wurde von Friedel, der auf dem Rad saß, begleitet. Einige andere Staffeln hatten hinten ihre schnellsten Läufer platziert. Aber Dorit ließ nur wenige vorbei. Nach 3:43 Stunden erreichte sie das Ziel.



Toller Zieleinlauf...



... vor allem mit Dorit und Friedel auf den letzten Metern.


Damit lagen wir auf Platz 11. Unsere Gesamtzeit betrug 15:17 Stunden. Wir waren eine halbe Stunde schneller als im letzten Jahr und einen Platz besser. Doch das war nebensächlich. Wichtiger war, dass alle gesund durchgekommen sind und wir trotz der Strapazen jede Menge Spaß hatten. Ich vermute, dass wird nicht unser letzter Mauerweglauf gewesen sein…



Thomas Knackstedt



Die Ruhe vor dem Start…


… sollte jetzt eigentlich bei uns einkehren, aber ihr ahnt sicher schon: Wir sind aufgeregt. Einen Abend vor dem Mauerweglauf. Na jedenfalls Dorit, Tobi und ich. Bei Friedel bin ich mir da nicht so sicher. Ist halt auch eine Einstellungssache. Für Friedel ist das alles ein großer Spaß,  den er in vollen Zügen genießen kann. Bei Tobi und mir sieht es so aus, dass wir schon ordentliche Zeiten laufen wollen und bei einer Streckenlänge von über 30 Kilometern im Sommer wissen, dass das nicht einfach wird. Dorit hat auch Respekt vor der Schlussetappe und ist dementsprechend nervös.


Ich mag diese Vorstartspannung. Zeigt sie doch, dass man mental bei der Sache ist. Was nachher dabei herauskommt… schauen wir mal. Unsere Planung steht und wir müssen „nur“ noch laufen. Darauf freuen wir uns natürlich alle.



Das Logo des Laufs.


Mit dem Wetter haben wir Glück. Wären die Temperarturen der letzten Woche noch aktuell, würden wir Morgen alle am Stock gehen. So ist es fast 10 Grad kälter, was aber für einen Langstreckenlauf noch immer warm ist. Vielleicht ist es sogar ein kleines Manko, zu denken, es wäre kühl. Auch wenn sich das gegenüber der letzten Woche so anfühlt. Temperaturen über 20 Grad limitieren jeden Langstreckenläufer; auch wenn er das nicht glaubt. Es ist halt keine Glaubensfrage.


Bei der Abholung der Startunterlagen war heute die Hölle los. Auch da war die Spannung vor dem Lauf regelrecht zu fühlen. In der Vorhalle des Hotels, wo Startnummern und Transponder ausgegeben wurden, stand die Luft. Wir sind schnell wieder nach draußen, um durchatmen zu können.



Ganz schön was los...


Heute Abend heißt es dann noch mal die Füße still halten und Morgen sehen wir, was geht. Ich bin jedenfalls gespannt. Auf der Mauerweglaufseite könnt ihr Morgen dann auf dem Liveticker verfolgen, wo wir uns befinden. Unser Teamname ist KD101. Friedel läuft die ersten 59 Kilometer, dann ist Tobi mit 31 Kilometern dran. Er übergibt auf mich und ich laufe 37 Kilometer, um dann Dorit auf die 34 Kilometer lange Schlussetappe zu schicken. Hoffen wir mal, dass alles glatt geht.



Thomas Knackstedt



Bis an die Grenzen…

 

… der körperlichen Leistungsfähigkeit gingen Silvia, Jürgen, Mario, Bruno und Achim beim Stubai-Ultratrail. Silvia wurde von Jürgen auf der 30 Kilometer-Strecke begleitet. Der Rest der Truppe tat sich die ganzen 63 Kilometer an. Die sahen so aus:


   

Wer schon mal in den Alpen gelaufen ist, der weiß, welche Anstrengungen bei diesem Streckenprofil auf die Läufer warten. Hier heißt es in erster Linie ankommen. Der Rest ist nicht so wichtig. Es geht steile Steige hinauf, an Abgründen vorbei, über Schneefelder und lange, fiese Anstiege hinauf. Das zieht einem Schritt für Schritt den Saft aus den Knochen.



Der Mann aus den Bergen.

 

Achim zeigte, dass er noch immer ein starker Ultraläufer ist. Er lief sein eigenes Rennen und hängte seine Vereinskameraden ab. Dafür, dass er über drei Stunden vor Mario und Bruno im Ziel war, musste er ein kleines Manko auf sich nehmen: Es gibt kein Foto auf der Strecke von ihm.     



Mario und Bruno unterwegs.

 

Mario und Bruno blieben zusammen. Beide haben reichlich Erfahrung in den Bergen. Am Ende war Bruno ziemlich hinüber und seine letzten Schritte Richtung Ziel zeigte deutlich, wie sehr er sich verausgabt hatte.



Zum Schluss ging es durch den Schnee.

 

Silvia und Jürgen liefen am Ende so passend auf Mario und Bruno auf, dass unsere vier Läufer einen gemeinsamen Zieleinlauf hinbekamen. Sehr, sehr schön!



So sehen Sieger aus.

 

Mario hat „sein“ Rennen gefilmt und mir drei sehr beeindruckende Filme zur Verfügung gestellt. Ich habe mir ein paar Screenshots ausgesucht, damit ihr einen Eindruck vom Lauf bekommt.



Zielfoto. Hat was von "Amundsen erreicht den Pol..."


Die Filme zeigen, welch unglaublich schweres Terrain die Läufer zu bewältigen hatten. Jeder, der da das Ziel erreicht, kann verdammt stolz auf sich sein.


   

Thomas Knackstedt




 

 

 

 

 

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