Sie laufen und laufen...        

        

Die Delligser Läufer sind viel unterwegs. Hier werdet ihr immer wieder Berichte von den Wettkämpfen der Delligser finden. Natürlich gibt es auch mal eine Homestory oder ein wenig Laufkunde. Lasst euch überraschen..

 

Wer unsere Gruppe nicht kennt: Wir laufen seit 1998 zusammen und sind mittlerweile über 20 Marathon- und Ultraläufer. 2008 haben wir in der Gruppe die schnellste Laufdurchquerung Deutschlands zu Fuß hinbekommen. Nach 2 Tagen und 22 Stunden waren wir in einer Staffel, ohne Unterbrechung, von Österreich nach Dänemark gelaufen. Ansonsten waren wir als Mannschaft bei den großen Marathons und Ultraläufen sehr erfolgreich und verfügen auch über ein paar verdammt schnelle Läuferinnen und Läufer. 


 

Legen wir also los...

 


Wenn Laufen zum Geschäft wird.

Wer sich noch an eines meiner Lieblings-Laufbücher erinnern kann; ich rede von Christopher McDougalls -Born to Run-, der kennt vermutlich auch noch einen der entscheidenden Sätze aus diesem wunderbaren Buch: „Laufen ist nichts, was Geld kosten sollte.“ Schön wär’s…


Die Teilnehmerzahlen der großen Stadtmarathons sind, bis auf sehr wenige Ausnahmen, gesunken. Dafür sind die Kosten für die Anmeldung extraordinär gestiegen. Ich laufe seit 1998 Marathon und habe bei meinem ersten Start in Hamburg 35 Mark bezahlt. Verdammt lange her. Leider.


Heute sieht das völlig anders aus. Als ich jetzt von meinen Läufern mitbekam, dass der Halbmarathonstart in Hannover 60 Euro kosten soll, dachte ich: Ganz schönt teuer! Aber vielleicht bin ich ja auch nur altmodisch und aus der Zeit.



Als das Marathon laufen noch günstiger war. 

Vor vielen Jahren in Hannover...


Wie sieht es denn aus mit den Preisen? Schauen wir doch mal, was das Internet da momentan so „ausspuckt.“ Hier ein paar kleine, aber feine Beispiele:


Hannover Marathon: 69 – 98 Euro.

Hamburg Marathon: 88 – 108 Euro.
Frankfurt Marathon: 110 Euro.
Köln Marathon: 110 – 125 Euro.
Berlin Marathon: 163 Euro.


Das sind schon ganz ordentliche Summen. Berlin ist dabei an Teilnehmerzahlen und Startgeld ganz vorn dabei. Wer rechnen kann multipliziert 163 Euro mit 45.000 Teilnehmern. Ja, das macht tatsächlich 7,335 Millionen Euro. Nicht schlecht, oder? Wenn man dann noch weiß, dass man nur über eine Verlosung an die Startnummer kommt und es für die 163 Euro lediglich eine Startnummer im Startbeutel gibt, dann macht das schon nachdenklich. Wozu brauchen die das ganze Geld? Sollte da vielleicht ein Teil für Antrittsgelder von Profis ausgegeben werden?


Bei den anderen großen Marathons ist das „Beipack“ nicht viel anders. Gab es vor Jahrzehnten noch reichlich Geschenke und „Give aways“ sind die Tüten heute schmal und leer. Jede Kleinigkeit, vom Cap über das Shirt und manchmal sogar die Medaille, müssen extra bezahlt werden. Auch Dienste wie das Live-Tracking schlagen hier 
und da mit Bezahlung zu Buche.



...und Kathrin in Hamburg. 


Vergleicht man dann die „großen“ Rennen mit dem bescheidenen kleinen Helgoland Marathon, wo es für 50 Euro Startgeld eine Tüte mit Geschenken, ein Funktionsshirt, Kaffee und Kuchen, freien Eintritt ins Bad und eine kostenlose Massage gibt, möchte man am liebsten heulen vor Rührung. Ja, es gibt sie noch: Schöne Laufveranstaltungen für einen nachvollziehbaren, vertretbaren Preis.


Wer sein Konto dann mal richtig leeren will, der sucht sich ein Ironman Rennen im Triathlon aus. Da schlägt zum Beispiel der Ironman in Frankfurt mit 672 Euro Startgeld zu Buche. Alter Schwede!


Wie war das noch: „Laufen sollte nichts kosten!“ Was für ein wunderbarer Satz. Wir sollten überlegen, wo wir unser Geld lauftechnisch anlegen. Ich werde das in Zukunft jedenfalls tun. Letztendlich muss das jeder selbst wissen. Ihr solltet euch allerdings immer fragen: Was bezahle ich, und was bekomme ich dafür? Die Antwort auf diese Frage wird euch nicht immer gefallen…



Thomas Knackstedt


Von Schneeschuhen und Sprintschuhen...


Heute stand der erste Lange Leistungstest auf dem Zettel. Wir liefen in der Gruppe einen Dreißiger, den wir in drei Strecken splitteten. Zunächst waren 15 Kilometer im Unterhaltungstempo angesagt. Danach 10 Kilometer schneller. Danach 5 Kilometer was noch geht.


Das wir in der Nacht 9 Zentimeter Neuschnee hatten, machte die Sache nicht einfacher. Aber: Mellina, Annike, Natascha, Sabine, Karsten, Jan, Roman, Arne und ich fanden sich am Treffpunkt ein. Arne wollte von vornherein nur die ersten 15 Kilometer mitlaufen. Der Rest versuchte sein Glück.



Kurz vor dem Start.


Wir liefen zunächst über die Klus nach Kaierde. Das hieß, dass wir nach einem Kilometer bereits im Schnee liefen. Das kurze Stück durch Kaierde nahmen wir die Straße, die geschoben war. Danach ging es zunächst durch den kleinen Trail Richtung Hagental.



Von der Klus nach Kaierde.


Im Hagental angekommen, liefen wir erste Spur. Das machte einen Riesenspaß, war aber auch anstrengend. Vor allem, weil es jetzt beharrlich bergauf ging. Hier war schon zu erkennen, dass wir auch bei einem Tempo von ca. 6 Minuten auf den Kilometer Kräfte ließen.


Nach dem Wendepunkt, in der Nähe des Anstiegs zum Barbarakreuz, ging es zurück. Das lief wesentlich flotter. Wir legten noch einen kurzen Fotostopp beim "Totempfahl" an der Abzweigung zur Hünenburg ein, dann ging es durch den Schnee zurück. Nach 90 Minuten waren wir wieder bei uns zu Hause und gönnten uns eine Tasse Tee.



Totempfahl mit eingeborenen Läufern.


Danach waren 10 Kilometer Richtung Grünenplan angesagt. Karsten und ich wechselten das Schuhwerk. Von Geländeschuhe mit GoreTex gingen wir auf den Straßenschuh. Der Radweg nach Grünenplan war geräumt, und zwei Kilometer, die wir im Schnee laufen mussten, machten den Kohl nicht fett.


Karsten und Jan übernahmen die Führung. Ich folgte, und der Rest der Truppe verfolgte mich. Nach 5 Kilometern wendeten wir und es ging zurück. Roman hatte sich mittlerweile entschieden, etwas kürzer zu treten. Er hatte im Schnee Kraft gelasen und ließ es jetzt langsamer angehen. Sehr gute Entscheidung!



Sabine und Melina im Trail.


Annike lief bei Kilometer 5 auf mich auf und zusammen liefen wir die 10 Kilometer in 49 Minuten zu Ende. Jan und Karsten liefen vor uns, der Rest der Truppe hielt sich vorbildlich an die Vorgaben. Das freute den Trainer. Wieder in Delligsen gab es noch einen Schluck Tee, ehe es zur Sache ging. 


Die 5 Abschlusskilometer sollten "Volle Pulle" gelaufen werden. Wieder waren Karsten und Jan vorn. Ich beobachtete ihren Lauf von hinten und sah, dass Karsten sich absetzte. Alter Schwede, das hätte ich nicht gedacht. Dann bog Jan am Wendepunkt auch noch falsch ab und weg war er. Damit lief Karsten den heutigen Gesamtsieg locker nach Hause.



Sabine und Karsten im "Winter-Wunderland."


Ich lief so schnell ich konnte, das verhinderte allerdings nicht, dass mich Melina nach 3 Kilometern überholte. Ich kämpfte mich Richtung Ziel und konnte 500 Meter davor noch einmal beschleunigen. Allerdings nur, weil ich Annikes Schritte hinter mir hörte. Am Ende waren meine Splits heute: 15 KM im Schnitt von 5:55 Min./Km, 10 KM im Schnitt von 4:55 Min./Km, 5 KM im Schnitt von 4:41 Min./Km.


Im Ziel trafen wir uns alle wieder. Die Vorgabe von: Langsam loslaufen, 10 Kilometer schneller, 5 Kilometer noch schneller, wurde von allen erfüllt. Sehr schön. Jan kam dann auch noch an, er hatte statt der 30 am Ende 31 Kilometer gelaufen. Seine Uhr zeigte einen Kalorienverbrauch von 4000 Kalorien an. Nicht schlecht.



Unsere Frauenpower im Hagental.


Die Truppe macht sich fit. Vor allem unsere Mädels machen mir ein bisschen Angst. Wir haben zurzeit ein Frauenteam, dass seinesgleichen sucht. Unsere vier Mädels haben sich heute fantastsich geschlagen. Ich bin gespannt, wohin das noch führen wird...



Thomas Knackstedt



Schnell und schneller.


Das heutige Mittwochtraining sah Annike, Melina, Natascha, Jan, Arne, Messer, Mario, Roman und mich am Start. Karsten hatte das Programm bereits am Nachmittag gelaufen.


Die heutige Übung: Lockeres warmlaufen. Dann 2 Kilometer, nach Grünenplan hinauf, unter dem geplanten Marathonrenntempo (MRT). Dann einen Kilometer lockeres Laufen. Danach 3 Kilometer bergab unter dem MRT. Dann 2 Kilometer lockeres Laufen und anschließend noch einmal 2 Kilometer unter dem MRT. Danach auslaufen.


Wie ihr wisst heißt "unter" bei uns immer: Du brauchst nur eine Sekunde schneller sein als das MRT, aber: Du kannst auch so schnell laufen, wie du kannst. Zumeist wird es dann ein Tempolauf.


Nach Grünenplan hinauf setzten sich Mario und Jan ab. Melina und ich hatten die 2 Kilometer nach 9:10 Minuten in der Tasche. Natascha, Annike und Messer waren direkt bei uns. Arne und Roman hingen nicht weit nach. Das hatte schon mal geklappt.


Nach dem lockeren Traben ging es dann 3 Kilometer nach Delligsen hinunter. Hier zeigten Melina, Jan und Mario, was sie drauf haben. Sie waren ruckzuck weg. Ich lief den ersten Kilometer hinter Natascha und setzte mich dann nach vorn ab. Nach 12:30 Minuten war ich durch. Das Trio vor mir war sehr viel schneller. Natascha kam 15 Sekunden nach mir, Messer und Annike kurz dahinter. Dann liefen Roman und Arne ein. Sehr schön. Ich klinkte mich dann aus, weil ich bereits heute Morgen mit Arkadi und Pompom eine Runde gelaufen war.



Die "schnellste Maus von Mexiko." Natascha beim fulminanten Zieleinlauf des Helgoland Marathons.


Mein Fazit: Von allen eine gute Leistung. Natascha war sehr schnell. Zum einen freut mich das als Trainer und ich zolle meine Hochachtung; andererseits muss ich ansprechen, dass da das Verhältnis ein wenig fehlt. Natascha kann auf den kurzen Strecken locker mit Annike und mir mithalten. Sobald es länger wird, ist das vorbei. Das passt natürlich nicht. Sie muss den Schwerpunkt auf die Schnelligkeitsausdauer legen. Wenn ich bei 3 Kilometern mit den anderen mitkomme, will ich das auch auf 10 oder 21. So jedenfalls ist meine Agenda. Ich weiß, dass hört sich immer nach meckern an, ist es aber nicht. Wenn ich für den Marathon trainiere, kann ich nicht auf allen Kurzstrecken megaschnell sein und auf den Langen Kanten nachhängen. Das macht trainingstechnisch keinen Sinn. Ich rate dann immer: Lieber bei den kurzen Strecken weniger Gas geben und meinen Schwerpunkt auf die längeren Abteilungen legen. Im Endeffekt ist alles Training! Nicht mehr, aber auch nicht weniger...



Thomas Knackstedt