Link oder Leben trainiert nach dem Marathon.
Die Startseite komplettiert die Hannover-Homestory.
Laufen hat den Pressebericht zum Hannover Marathon.
Link oder Leben hat das Mittwochtraining.
Schreiben sucht den Sommer.
Laufen schaut auf Ostern zurück und voraus nach Hannover.
Link oder Leben hat den Pressebericht zum Osterlauf.
Laufen trainiert und denkt an Verletzungen.
Vom Laufen und Schreiben...
...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Hils-Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.
Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.
Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von unseren Läufern.
"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.
Am Ende mit einem Knall.
Morgens um 6 Uhr aufstehen ist einfach nicht mein Ding. Als ich mit Arkadi den Radweg entlang schlappe, fallen mir fast wieder die Augen zu. Mein vierbeiniger Freund ist da wesentlich lebendiger als ich. Eigentlich wollte ich heute einen Marathon laufen. Doch mein Fuß signalisiert mir seit einigen Wochen, dass er das für keine gute Idee hält. Also höre ich auf ihn. Als Trainer kann man ja ohnehin auch andere für sich laufen lassen. Insofern kein schlechter Job.
Nach dem Frühstück entern die Liebe meines Lebens, der Hund und ich das Auto und ab geht es. In Alfeld laden wir Silvi und Supermario ein. Das freut mich sehr. Endlich mal wieder ein Begleiter, der in Sachen Laufsport kein „Instagramm - Carbon Schuh – Smart Watch - Energie Gel - Kasper“ ist, sondern ein beinharter Ausdauerläufer alten Schlags. Halt ein Typ, der lauftechnisch genauso in der Vergangenheit festhängt wie ich. Und der, da sitzen wir wieder im gleichen Boot, auch noch stolz darauf ist.
Es ist ordentlich was los.
Wir umfahren die Sperrungen in Hannover, finden einen Parkplatz und gehen zum Treffpunkt hinter dem Rathaus. In der Stadt wimmelt es von Läuferinnen und Läufern. Für alle Wettbewerbe sind knapp 34.000 Menschen gemeldet. Der Wahnsinn. Am See hinter dem Rathaus treffen wir nach und nach ein. Wir sind in den Jahren eng zusammengewachsen. Es hat ein bisschen was von einem Familientreffen. Ich schnappe mir die einzelnen Läufer noch einmal.
Umziehen für den Ernstfall.
Annike ist angespannt. Sie will die 3 Stunden Mauer durchbrechen. Ich weiß, wie schwierig das ist. Ich weiß auch, dass sie das schaffen wird. Wenn nicht heute, dann in Zukunft. Ich versuche sie ein wenig zu beruhigen. Sie war im letzten Jahr unser Aushängeschild und hat hier nichts zu verlieren. Jacqueline ist dagegen eher unaufgeregt. Ich habe schon eine Menge Läuferinnen und Läufer trainiert. Aber jemanden wie Jacqueline zu finden, der einerseits lichterloh für den Laufsport brennt, aber andererseits in einem Rennen auch seinen Grips noch kontrollieren kann, den findet man eher selten. Sie wird heute ihr Ding machen. Ulrike läuft ihren ersten Marathon. Jeder von uns kann sich in seinem eigenen Läuferleben an diesen Tag erinnern. Er ist einzigartig und wird einem selbst nie in Vergessenheit geraten. Natürlich ist auch da die Nervosität groß.
Ulrike bekommt als Neuling die 1 im goldenen Stern.
Karsten brauche ich nichts zu sagen. Alles, was ich über das Marathon-Laufen weiß, weiß er auch. Er ist in dieser Gruppe der Routinier, dem keiner ein X für ein U vormachen kann. Roman ist dagegen eher unser aufstrebender Läufer. Groß, kein Leichtgewicht, aber mit genügend Selbstvertrauen und Ausdauer ausgestattet, um eine gute Zeit zu laufen. Marco weiß ebenfalls, wie es geht, auch wenn er sein Training oft auf seltsame Art und Weise gestaltet. Ohne Berge und Tempo geht es bei ihm nicht. Das ist jedoch bei einem Stadtkurs eher nicht gefragt.
Cool dabei. Marco und Roman.
Während meine Begleiter sich zu Fuß an verschiedene Stellen der Strecke begeben, habe ich die Laufsachen eingepackt und werde innerhalb des Kurses verschiedene Stationen anlaufen. Dafür reicht die Fitness noch. Die Startreihe der verschiedenen Blöcke ist pickepacke voll. Meine Läuferinnen und Läufer sind ganz vorn, da sie für die Deutschen Meisterschaften gemeldet sind. Punkt 10 Uhr erschallt der Startschuss.
In Hannover findet man immer jemanden
der auf den Hund aufpasst.
Ich laufe zu Kilometer 2. Dort treffe ich auf Kathrin, Silvi und Mario. Die Führungsgruppe rast an uns vorbei. Dann folgen Hunderte von verdammt schnellen Läufern. Ich bin mir allerdings sicher, dass einige von ihnen schon jetzt viel zu schnell unterwegs sind. Wir sehen alle unsere Starter, feuern sie an und schießen Fotos.
Ich laufe jetzt zu Kilometer 10. So wie der Kurs gesteckt ist, brauche ich mit einer Abkürzung dafür nur 2 Kilometer laufen. Beim Warten auf das Feld unterhalte ich mich mit einzelnen Zuschauern. Dann ist der Tross der Läufer zu sehen. Meine Läuferinnen und Läufer sind gut dabei. Alle sehen gut aus und sind zuversichtlich. Okay, wäre das bei Kilometer 10 nicht der Fall, müsste ich mir echt Sorgen machen. Als alle durch sind, laufe ich quer durch die Stadt zu Kilometer 21,1. Die Halbmarathonmarke wird mir schon ein wenig Aufschluss geben, wie das Rennen ausgeht.
Mit Riesenschritten zur Bestzeit: Jacqueline.
Annike sehe ich als erste Läuferin. Sie läuft direkt in der Gruppe um den 3 Stunden Zug-Läufer. Sie sieht angestrengt aus. Das gefällt mir nicht wirklich. Später stellt sich heraus, dass ihr Magen nicht mitspielt und sie Tempo rausnehmen muss. Ein paar Minuten später sind Jacqueline und Karsten da. Die Beiden sehen eher nach einem lockeren Ausflug als nach einem anstrengenden Marathonrennen aus. Das registriere ich mit reichlich positiver Hoffnung. Da scheint was zu gehen. Auch Roman ist locker drauf. Bei seinem ganzen Rumgejammer in der Vorbereitung dachte ich schon, dass er heute durchhängt. Doch siehe da: Er scheint schauspielerische Fähigkeiten zu haben. Er läuft locker und verdammt schnell. Marco macht am Anfang langsam. Das zahlt sich jetzt aus. Bei ihm ist keine Schwäche zu erkennen. Leider kann ich auf Ulrike nicht warten, da ich sonst die anderen kurz vor Ende des Rennens verpassen würde. Aber um Ulrike mache ich mir ohnehin keine Sorgen. Ich weiß, was sie kann.
In den letzten Jahren bin ich immer mit Begleitung an der Strecke unterwegs gewesen. In diesem Jahr bin ich allein. Als Smartphone-Verweigerer habe ich eine Karte dabei und schaffe es trotzdem falsch zu laufen. So muss ich umdisponieren und steuere nicht Kilometer 32 sondern Kilometer 39 an. Ansonsten läuft mir die Zeit davon. Vor der Uni, genau da ist Kilometer 39, angekommen warte ich auf meine Läufer.
Da tut der Marathon richtig weh.
Ich rufe Kathrin an. Ja, ich besitze ein Handy. Das habe ich mir vor Jahren auf der Dienststelle „gekrallt“, als es in die Mülltonne wandern sollte. Ich benutze es extrem selten, weshalb mir der Provider auch schon ein paar Mal den „Saft abgestellt“ hat. Ich sage Kathrin, dass ich bei Kilometer 39 stehe und auf unsere Läufer warte. Sie bestätigt das, hört sich aber irgendwie komisch an. Später muss ich erfahren, dass sie meine Handynummer auf ihrem Smartphone nicht gespeichert hatte und sich fragte, wer da angerufen hat. Die Nummer unbekannt. Die Stimme irgendwie man weiß nicht. Zu Silvi sagt sie: „Komischer Anruf. Keine Ahnung, wer das war.“ Ich glaube es nicht.
Als der 3 Stunden Zug-Läufer durch ist und ich Annike nicht sehe, wird mir klar, dass mein Eindruck vorhin mich nicht getäuscht hat. Sie musste abreißen lassen. Aber das ist kein Problem. Ich weiß, dass sie sich durchkämpfen wird. Das tun die Typen in unserer Gruppe nämlich alle. Ich habe keine Ahnung, wieso sie so gestrickt sind, aber aufgeben ist bei denen wirklich keine Alternative. Dann kommt Annike angelaufen. Sie hat ein paar Minuten Defizit. Bis zum Ziel ist es nicht mehr weit. Alles ist gut.
Auch die Unterstützer waren vollauf zufrieden.
Zwei Minuten später läuft Karsten an mir vorbei. Verdammt sieht der gut aus. Ich vermute, er wird Annike noch weiter „auf den Pelz“ rücken. Nur ein paar Minuten später rauscht Jacqueline heran. Ich bin fassungslos. Selbst wenn sie den Rest der Strecke geht, wird sie ihre Bestzeit pulverisieren. Die Frau ist ein lauftechnisches Wunder.
Auf Roman, Marco und Ulrike warte ich nicht mehr. Ich laufe jetzt zu Kathrin, Silvi und Mario. Die stehen bei Kilometer 41. Dort werden wir den Rest unserer Truppe abwarten.
Bei Kilometer 41 ist die Hölle los. Was den Lärmpegel angeht fühle ich mich an eine Pro-Palästina Demo erinnert, an der ich im Dienst teilnehmen musste. Dieses Geschrei und Getriller dröhnten mir seinerzeit mächtig in den Ohren. Die Fans hier an der Strecke stehen dem lautstärkenmäßig in nichts nach. Ich bewundere Arkadi. Für die Ohren eines Hundes muss das hier ein Inferno sein. Doch unser treuer Wegbegleiter liegt auf dem Rasen und hat die Ruhe weg. Dann rauschen unsere Läufer durch. Erst Jacqueline, die noch immer schnell unterwegs ist. Auch Roman und Marco hinterlassen bei uns den Eindruck, dass sie sich das Rennen sehr gut eingeteilt haben. Ich bin zufrieden. Sie haben alle gelernt, wie man es macht.
Jacqueline war herausragend. Ihre Leistung wurde am Streckenrand auf besondere Art und Weise gewürdigt.
Ich laufe jetzt zum Rathaus. Kathrin, Silvi und Mario kommen nach. Hinter dem Rathaus treffe ich zunächst auf Marco. Dann trudeln die anderen nach und nach ein. Die Stimmung ist ganz weit oben. Jacqueline hat das Handy an und schaut, wie sich unsere Läufer platziert haben. Die einzelnen Zeiten und Plätze werden von ihr durchgegeben. Wir jubeln, freuen uns, sind happy. Irgendwann sagt Jacqueline dann: „He, die Mannschaft! Wir sind Deutscher Meister!“ Dieser Satz ist der Knall, der uns elektrisiert. Was? Wie? Tatsächlich. Die Frauen haben den ersten Platz in der Mannschaftswertung der Altersklasse W35 – W45 errungen. Für uns ein unvorstellbarer Erfolg. Wir liegen uns in den Armen. Die Freude ist grenzenlos. Dann ermahnt Jacqueline uns: „Wir müssen zur Siegerehrung. Die ist drinnen. Wir müssen ins Rathaus.“ Ich denke in diesem Moment an einen meiner Lieblingssongs von ClickClickDecker. Da heißt es: „Du bist wie mein altes Taschenmesser, zu allem zu gebrauchen.“ Irgendwie passt das. Jacqueline weiß stets was wann, wie, wo, abläuft. Hat die Sachen im Kopf. Ist brillant sortiert und extrem gut aufgestellt. Mit solchen Menschen an deiner Seite kann dir nicht viel passieren. Also geht es ab ins Rathaus.
Wie schrieb der TAH: Die Marathon-Königinnen.
Im kleinen Saal der Siegerehrung ist es rappelvoll. Die Medaillen und Urkunden werden vergeben. Dann sind wir dran. Als unsere Frauen nach vorn gehen schreien und brüllen wir, was das Zeug hält. Es war ein wunderbarer Tag und er präsentiert uns ein Ende, das nicht besser hätte sein können. Ein großer, fetter, dicker Knall. Wer weiß, vielleicht gibt es in Zukunft noch mehr davon. Ich würde mich freuen…
Thomas Knackstedt
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