N E U : 17. Dezember 2018      


Link oder Leben präsentiert einen weiteren Schuh.


Laufen hat das Wochenende.


Die Startseite hat eine neue Geschichte.


Laufen hat das Mittwochtraining.


Link oder Leben denkt zurück.


Einen Zwischenbericht zur Winterlaufserie gibt es in Laufen.


Link oder Leben hat einen Musiktipp.


Schreiben hat eine neue Geschichte.


      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.      



 

Sturm auf die Meerschweinchenburg.

 

Seit vierzig Jahren erlebe ich Einsätze, die sich ins Denken brennen wie ein Brandeisen in das Fell eines Pferdes. Spannend, abstoßend, gefährlich, schrecklich und erschütternd kann es da zugehen. Doch immer wieder sind auch skurrile Momente dabei, die mich überraschen und mir aufzeigen, dass ich eine ganze Menge von der Welt noch nicht weiß.

 

Heute sind wir wieder mal im Durchsuchungsmodus. Wenn wir Hinweise haben, dass eine bestimmte Gruppe von Personen von einzelnen Dealern ihre Drogen kauft, statten wir denen einen Besuch ab. Dabei reicht der Verdacht einer Tat aus. Manchmal wird unser Hausbesuch zum Treffer, manchmal müssen wir feststellen, dass wir uns geirrt haben.

 

Heute sind wir mit mehreren Teams im Einsatz. Mich verschlägt es vor die Front eines alten Mietshauses, in dem unsere potentielle Drogenverkäuferin eine Wohnung im Keller hat. Es gab eine Aussage, dass die Frau größere Drogenmengen gekauft hat. Aus diesem Grund stehen wir, vom Amtsgericht mit einem Durchsuchungsbeschluss ausgestattet, vor der Haustür. Wir kommen problemlos rein, weil gerade eine alte Dame aus dem Haus geht und stehen ein paar Sekunden später vor der Wohnungstür im Keller. Irgendwie riecht es muffig.

 

Ich klingele an der Tür und halte sofort mein Ohr gegen das Türblatt. Es wäre nicht das erste Mal, dass wir ein paar Sekunden nachdem wir geklingelt haben, eine Toilettenspülung hören. Dann können wir eigentlich gleich wieder abrücken. Doch ich höre Schritte. Ein gutes Zeichen. Die Tür geht auf und ich blicke überrascht auf die Frau, die vor mir steht.

 

Sie ist locker einsachtzig groß, bleich wie ein Vampir und hat etliche Kilos zu viel auf den Rippen. sie trägt Filzpantinen und hat einen Bademantel an. Ihre Haare stehen nach allen Seiten wirr vom Kopf ab. Modell verwirrte Professorin, denke ich.

 

Während ich noch schaue, legt Andi mit dem Beschluss und seiner Ansprache los. Die Frau wirkt friedlich. Wir sind entspannt. Sie wirft einen Blick auf den Beschluss und lässt uns rein. Sie macht das mit einer Geste ihrer Hand, sagt kein einziges Wort dabei.

 

Der Flur ist in dämmriges Licht getaucht. Die Funzel an der Decke  hat maximal 25 Watt. Als wir durch den Flur gehen, registriere ich, dass die Zimmer rechts und links fast komplett leer sind. Es stehen ein paar gelbe Säcke rum, das war es aber auch schon. In einem Zimmer sehe ich zwei dunkle Schatten über den Boden huschen. Mir schwant nichts Gutes.


 

Als ich die „gute Stube“ betrete, muss ich schlucken. Die Fenster, die knapp über den Boden der Straße reichen, sind mit dunklen Gardinen abgehangen. In der Mitte des Raums steht ein Tisch, auf dem eine Playstation plus Monitor in Betrieb ist. Ich erkenne auf den ersten Blick, dass ein paar Gramm Marihuana neben dem Monitor liegen. Neben dem Tisch steht ein Sofa, auf dem Bettzeug und eine Million andere Sachen liegen. Der gesamte Boden des Raums ist mit Klamotten und undefinierbaren Gegenständen belegt. Ich schaue mich um und meine Augen bleiben in einer Ecke des Raums hängen. Dort liegen zwei große Bunde Heu, die schon ziemlich auseinander genommen wurden. Vor dem Heu liegen Karotten, Äpfel und Salatblätter. Zwischen dem Obst und Gemüse hopsen drei dicke Meerschweinchen herum. Ich realisiere, dass der Schatten im anderen Zimmer vermutlich auch so ein Schweinchen war.

 

Wenn ich Tiere in Wohnungen sehe, schaue ich genau auf den Boden. Ja, alles klar. Jetzt weiß ich auch, was all diese kleinen runden Dinger auf dem Boden sind. Hier müssen wir beim Gehen vorsichtig sein.

 

Die Frau tut mir leid. Sie packt sofort aus. Mit dealen hat sie nichts am Hut. Sie ist eine waschechte Konsumentin, die allerdings so einiges wegraucht. Sie hat einen Job und sonst nichts. Wir könnten hier alles mitnehmen, bis auf die Playstation. Das würde sie vermutlich nicht überstehen.

 

Wir finden noch ein paar Tütchen mit Gras, das war es aber auch schon. Beim Durchstöbern der Wohnung stellen sich mir acht Meerschweinchen vor. Ich bin vorsichtig. Ein Meerschweinchen ist das einzige Tier, von dem ich in meinem Leben gebissen wurde. Wenn ich daran zurück denke, tut mir heute noch der Finger weh. Den Einsatz des Rauschgift-Spürhundes schenken wir uns heute. Allein die Vorstellung, wie ein Schäferhund in dieser dunklen Höhle Jagd auf die putzigen Fellknäuel macht, lässt mich erschauern.

 

Eine halbe Stunde später sind wir wieder draußen. Ich vermute, dass es viele Wohnungen wie diese gibt, von denen nicht mal die Nachbarn etwas ahnen. Mehr so eine Art Tierställe als ein bewohnbarer Raum für Menschen. Was muss im Leben dieser Menschen passiert sein, dass sie in solchen Verhältnissen hausen? Ich weiß es nicht. Werde es vermutlich auch nicht heraus finden.

 

Als wir im Auto sitzen, atmen wir tief durch, klopfen uns die Heuhalme von den Hosen und schauen uns an. „Irre oder?“ sage ich zu Andi. Der nickt nur und lächelt mich an. „Dieser große Heuhafen mit den Schweinchen da drin, das sah aus wie eine Burg. Sachen gibt es…“ Ich starte den Motor und wir fahren zurück auf das Kommissariat…                   



Thomas Knackstedt

 


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