N E U : 29. Januar 2023      


Link oder Leben läuft ganz lang. 


In Laufen wird es teuer.


Link oder Leben hat das Mittwochtraining.


Die Startseite hat einen neuen Text.


Laufen steigert den Dreißiger.


Link oder Leben regeneriert laufend.


Laufen läuft unter dem MRT.


Schreiben hat eine neue Geschichte für Euch.


    

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.     




K.I. für Alle!
oder
Bequemlichkeit macht dick und dumm.


ChatGPT. Schon mal gehört? Falls nein, machen sie sich nichts draus. Ich wusste auch nicht, was diese Abkürzung bedeutet. Jetzt weiß ich es und… es macht mir Angst.


Der Berliner Sender radioeins ist immer am Puls der Zeit und als ich diese Woche das Programm hörte, bekam ich mit, dass dort von der Software ChatGPT, einem sogenannten Chatbot, die Rede war. Das ist ein Programm, dem man ein paar Stichworte gibt und schon legt es los und formuliert einen Text. Ich gebe mal ein Beispiel: Sie sagen dem Programm, dass sie gern ein 10zeiliges Gedicht für ihre Freundin Marianne hätten. Im Gedicht sollten die Worte Berlin, Liebe, Sonne, Herz, Wärme, Leidenschaft und Leben enthalten sein. 30 Sekunden später spuckt das Programm ein Gedicht aus, dass vielleicht nicht gerade die Klasse eines Textes von Rilke, Strittmatter oder Brecht hat, aber ganz passabel klingt. Wahnsinn, oder?



Sie könnten auch folgende Eingabe machen: Schreibe mir eine 20seitige Studienarbeit über das Thema „Wie wirkt sich der Ukraine-Krieg auf die westliche Wirtschaft aus“. Sollten dabei Quellen genutzt werden, gib diese bitte präzise in Fußnoten an. Auch das klappt in weniger als einer Minute. Verrückt.


Jetzt denken die meisten Menschen; ich hatte übrigens das Gefühl, die Reporter des Senders auch: Das ist doch Klasse! Ein Quantensprung! Die Zukunft sieht rosarot aus! Ich dachte allerdings: Um Gottes willen! Die ohnehin schon bequeme, faule Wohlstandsgesellschaft wird sich damit in eine Zukunft von Adipositas und Dummheit begeben. Warum?


Bequemlichkeit kann eine schöne Sache sein. Wenn man es nicht übertreibt. Aber die Formel ist ganz einfach: Je öfter du etwas machst, je besser kannst du es. Das gilt für einen Mathematiker genauso wie für einen Serienkiller. Schon heute sind Teile unserer Gesellschaft nicht mehr in der Lage einen kurzen Text fehlerfrei handschriftlich zu verfassen. „Handy- und Emailsprech“ haben sich breit gemacht. Von Grammatik wollen wir gar nicht reden. Wozu haben das Tippen und Wischen auf dem Handy denn geführt? Sind wir dadurch schlauer geworden? Ich vermute, dass Gegenteil ist der Fall. Wir merken uns nichts mehr, verlassen uns voll und ganz auf die Technik und stumpfen dabei selbst immer mehr ab. Wir trainieren den Hochleistungscomputer in unserem Schädel nicht und er verkümmert nach und nach. Das ist so, als würden sie den Galopper des Jahres immer nur in der Box stehen lassen. Auch wenn es ihm da vielleicht gefällt, ein Rennen wird er nicht mehr gewinnen.


Die Gegenseite wird sofort argumentieren: Ja, aber wir gewinnen dadurch unglaublich viel Zeit. Quality-Time nennt man das heute, glaube ich jedenfalls. Die können wir dann nutzen, um unsere Studien voranzutreiben, mit der Liebe unseres Lebens einen Spaziergang zu machen oder ein Buch zu lesen. Schön wär’s. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Ein Großteil der „Krone der Schöpfung“ wird nur noch mehr Zeit für Ballerspiele am PC verplempern, noch ein paar Netflix-Serien mehr konsumieren, sich Pornos im Netz anschauen oder bei Tiktok vor dem Display seines Handys nach und nach verblöden. Der Rest der Truppe lässt es sich beim Faulenzen gutgehen, säuft, kifft oder sorgt irgendwie anders dafür, dass Herzinfarkte, Kreislaufzusammenbrüche und Multiorganversagen nicht aussterben. Ich weiß, damit stelle ich der Menschheit kein gutes Zeugnis aus, aber leider sehe ich das nicht allein so. Schauen sie sich einfach mal ein paar wissenschaftliche Studien über Bildschirmzeit bei Jugendlichen, körperlichen Fähigkeiten bei Heranwachsenden oder zunehmenden psychischen Erkrankungen bei Kindern an. Dann werden sie ganz schnell sehen, wohin der Hase läuft.


Das Paradies des Müßiggängertums, das uns von den Herstellern aller möglicher Produkte versprochen wird, kann sich dabei sehr schnell als Innerer Kreis der Hölle erweisen. Der Mensch ist nicht dazu geschaffen, nichts zu tun. Ganz im Gegenteil. Ohne Bewegung, geistig wie körperlich, geht er ein wie die oft beschriebene Primel.


Ich stelle mir vor, wie das aussehen wird, wenn diese Art Programm sich auf Dauer durchsetzen wird (und das wird es!). Sie sagen dem Programm, dass sie einen Besuch beim Facharzt wünschen. Das Programm sucht den entsprechenden Arzt in ihrer Nähe aus, sondiert die Kontaktdaten und sendet eine Nachricht an den Kontakt. Diese Nachricht wird dann von einem Computer entgegengenommen, der die Termine der Arztpraxis regelt. Der schaut in den Dateien nach, wann ein Termin möglich ist, und sendet ihn als Antwort. Ihr eigenes Programm checkt dann ihren digitalen Kalender und überprüft, ob sie da Zeit haben. Falls ja, nimmt er an. Falls nein, schlägt er einen anderen Termin vor, der dann vom Arzt-Computer abgecheckt wird. Und so weiter und so fort. Hört sich erst Mal gut an, will ich aber nicht. Dieser technische Fortschritt wird dafür sorgen, dass wir die ohnehin schon kärglichen menschlichen Kontakte noch mehr herunterfahren werden. Wir werden eine Million Menschen im Netz kennen und keinen einzigen im richtigen Leben. Wir werden anhand von Vorschlägen, die Maschinen ausarbeiten, unsere Urlaube planen, Partner suchen und unsere Freizeit gestalten. Das mag tatsächlich für den ein oder anderen eine Vorstellung des Paradieses sein. Für mich wäre es das Ende.


Ich möchte weiterhin in den Begrifflichkeiten leben, die unsere Sprache so wunderbar widerspiegelt. Ich will mich mit meinem Gegenüber befassen. Ich will die Geheimnisse des Lebens begreifen. Ich möchte die knappe Spanne der Zeit, die mir auf diesem blauen Planeten gegeben ist erleben. Anderen Menschen möchte ich meine Erlebnisse beschreiben. Ich will all meine Sinne benutzen und nicht verkümmern lassen. Ich will mich bewegen und gegen Widerstände arbeiten und kämpfen. All das will ich mit meinen Möglichkeiten zu denken, zu sprechen, zu fühlen, zu tasten, zu schmecken und zu hören hinbekommen, und nicht mit einem toten Computerprogramm.


So sehe ich das also mit der K.I. Ich weiß, dass bei weitem nicht alle Menschen meiner Meinung sind. Die Jahrzehnte, die ich auf der Erde verbracht habe, haben mich allerdings genau zu diesem Ergebnis meiner Beobachtungen gebracht. Wir sind Wesen, die mit wenig Aufwand viel erreichen wollen. Wenn es darum geht, sich um Anstrengungen, Mühen und Kosten zu drücken, sind wir immer in der ersten Reihe mit dabei. Wir wollen das gute alte Naturgesetz „Ich tue etwas und ich bekomme etwas dafür“ aushebeln, wo immer wir das können. Wir bedenken allerdings nicht, dass wir dabei im wahrsten Sinne des Wortes „dick und doof“ werden. In diesem Sinne: Viel Spaß mit ChatGPG und seinen Verwandten. Ich werde nicht dabei sein. Diesen Weg werdet ihr ohne mich gehen müssen… wobei… gehen ist vermutlich das falsche Wort. Ihr werdet das eher sitzend oder liegend erledigen.



Thomas Knackstedt




Allgemeine Datenschutzerklärung

    

Durch die Nutzung unserer Website erklären Sie sich mit der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Daten gemäß der nachfolgenden Beschreibung einverstanden. Unsere Website kann grundsätzlich ohne Registrierung besucht werden. Dabei werden Daten wie beispielsweise aufgerufene Seiten bzw. Namen der abgerufenen Datei, Datum und Uhrzeit zu statistischen Zwecken auf dem Server gespeichert, ohne dass diese Daten unmittelbar auf Ihre Person bezogen werden. Personenbezogene Daten, insbesondere Name, Adresse oder E-Mail-Adresse werden soweit möglich auf freiwilliger Basis erhoben. Ohne Ihre Einwilligung erfolgt keine Weitergabe der Daten an Dritte.


 

 

Impressum: Thomas Knackstedt, Deutschland,  31073 Delligsen, Hainbergstraße 2.