N E U : 13. August 2020      


Das Mittwochtrainng steht in Laufen.


In Schreiben ist die 12 Stundenlauf-Homestory komplett.


Laufen bereitet sich vor.


Link oder Leben schaut auf das Wochenende.


Link oder Leben hat eine Überraschung.


Laufen hat das Wochenende.


Die Startseite hat einen neuen Text.


Link oder Leben beklagt einen Ausfall.


     

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.      





Wo bist du hin?

 

Ich sehe Bilder der Anti-Corona Demo in Berlin. Da demonstrieren Menschen dafür, stark vereinfacht gesagt, dass die Corona Pandemie beendet wird. Ich denke: Hmmmh? Was kommt noch? Eine Demo gegen die vielen Regentage im Herbst? Oder gegen die Ungerechtigkeit, dass die Sonne immer im Osten aufgeht? Es tut mir leid, aber ich verstehe diese Menschen nicht. Eine Pandemie ist ein Naturereignis. Das kann man weder verbieten noch ignorieren. Davon verschwindet es nicht. So eine Demonstration hat, meiner Ansicht nach, den gleichen Effekt wie beten. Man muss halt dran glauben, doch an der aktuellen Lage verändert das nichts.

 

Gegen Pandemien, Überschwemmungen, Dürreperioden oder ähnliches kann man kämpfen. Sich zu beschweren, dass der Keller vollgelaufen ist, nutzt nichts. Aber in unserer schnellen, neuen Zeit sind Typen, die laut und schrill ihre Beschwerden formulieren, in. Ich bin mir sicher: Die Menge der vernunftbegabten Menschen ist um ein zigfaches größer als die der Schreihälse und Krakeeler. Aber sie sind oft leise, zurückhaltend, nachdenklich und besonnen. Einer, der laut schreit, ist halt besser zu hören als Hundert, die den Mund halten.

 

Auch der anscheinend wahnsinnige orange Mann in Amerika ist ein gutes Beispiel für die „Lautsprecherphilosophie“ unserer Zeit. Es geht nur noch darum gehört zu werden. Es kommt nicht darauf an was man sagt, sondern wie laut es gesagt wird. Eine einfache Formel:  Wer am lautesten schreit hat Recht!

 

In Momenten wie diesen frage ich mich immer wieder: Wo bis du hin, Gesunder Menschenverstand? Hat man dich begraben oder vergessen. Bist du aus der DNA einer ganzen Generation gelöscht worden oder versteckst du dich? Es ist doch ziemlich leicht zu erkennen, dass der Kaiser keine Kleider trägt. So schwer kann es nicht sein, die Blender, Lügner, Vertuscher und Leugner zu erkennen. Doch wer weiß…

 

Als ich heute meine Laufschuhe anziehe und die ersten Meter locker trabe frage ich mich, wohin die Reise geht. Finden wir zurück in eine Gesellschaft, wo viele Menschen sich zusammentun, um die Zustände zu verbessern, oder folgen wir immer öfter den Rattenfängern und Schreihälsen der politischen Welt. So spule ich Kilometer für Kilometer ab und treffe im Nachbarort auf einen Fußballfreund aus vergangenen Zeiten. Andi war einer der besten Außenverteidiger, mit denen ich jemals in einer Mannschaft gespielt habe. Wir haben uns lange nicht gesehen, geschweige denn miteinander gesprochen. Heute habe ich viel Zeit und halte an. Was folgt ist ein angenehmer Smalltalk über die aktuellen Themen unserer Zeit. Urplötzlich erkenne ich: Da ist er! Der gesunde Menschenverstand. Ruhig und deutlich berichtet mir Andi über seine Einstellung zu den Dingen. Die ist sachlich, clever, leise und vernünftig. Das gefällt mir und verschafft mir das Gefühl, nicht allein zu sein. Nach 10 Minuten Pause laufe ich weiter in den Wald hinein. Das gute Gespräch sorgt gleich dafür, dass ich ein wenig schneller unterwegs bin.

 

Als ich den Anstieg auf den Waldweg geschafft habe, bin ich im Trott. Meine Beine laufen von allein, auch wenn es schwülwarm und nicht gerade einfach ist. Als ich ein Surren hinter mir höre, weiß ich, dass gleich ein paar Fahrräder an mir vorbeischwirren werden. Sekunden später höre ich die vertraute Stimme von Gunnar, mit dem ich früher auch zusammen Fußball gespielt habe. Ein Ausnahmespieler, ausgestattet mit einem Schuss, der Tornetze durchschlagen konnte. Gunnar fährt neben mich und sagt: „Ich freue mich immer wieder, wenn ich dich laufen sehe. Das gefällt mir. Du machst das schon so lange.“   


Was ist das für ein Lauf heute? Wenn das so weiter geht, treffe ich vielleicht noch viel mehr meine alten, fast vergessenen Wegbegleiter. Gunnar bleibt noch einen Kilometer an meiner Seite und wir quatschen über dies und das. Auch hier merke ich sofort: Verdammt, er hat ihn auch. Es scheint mehr gesunden Menschenverstand zu geben, als ich zu Beginn meines Laufes dachte. Vermutlich liegt es daran, dass ich bald selbst glaube, dass die Lauten in der Überzahl sind.


 

Nachdem Gunnar mit seinem Rad davongezogen ist, habe ich nur noch drei Kilometer auf dem Zettel, und die gehen bergab. Ich genieße jeden einzelnen Meter dieses alltäglichen, und doch ganz besonderen, Laufs. Ich bin wieder mal daran erinnert worden, dass wir in der Überzahl sind. Diejenigen, die sich ihren gesunden Menschenverstand bewahrt haben. Ich weiß, dass ihr da draußen seid und über die anstehenden Probleme gründlich und in Ruhe nachdenkt. Oft hört man Euch nicht oder ihr geht lieber einem Streit aus dem Wege, als ihn zu führen. Doch wir müssen uns den Schreihälsen und Besserwissern stellen. Sie sind leicht zu widerlegen und haben oft weder Ausdauer noch Herzblut. Also tut mir einen Gefallen: Werdet etwas lauter! Ihr müsst nicht schreien, niemand muss das. Aber ich will euch hören, allein das würde mir reichen…



Thomas Knackstedt



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