N E U : 26. Januar 2020      


In Laufen gibt es eine Premiere.


Auf der Startseite steht eine neue Geschichte.


Link oder Leben präsentiert einen besonderen Tag.


Link oder Leben hat das Mittwochtraining.


Laufen läuft bald Marathon.


Das Wochenende steht in Laufen.


In Schreiben steht eine neue Geschichte.


Link oder Leben schaut weit nach vorn.


     

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.      





Der König von Kaierde.

 

Wenn ich ihn sehe, weiß ich sofort Bescheid. Er ist der König! Diese Anmut im Gang, dieser klare, herrschaftliche Blick, dieser Großmut und diese Bestimmtheit. Niemand verkörpert das besser als er. Aber von vorn…

 

Das Leben besteht aus Veränderungen. Aus großen und kleinen. Meine Tochter und ihre Familie haben eine große Veränderung hinter sich. Sie sind von Neukölln nach Kaierde gezogen. Ich vermute, dass sie Neukölln kennen, aber Kaierde vermutlich nicht. Na ja… das ist ungefähr so, als ob man aus dem Zentrum einer Millionenmetropole auf den Mond zieht. Vielleicht nicht ganz, aber fast…

 

Die alte Bäckerei, die jetzt ihr neues Zuhause ist, war vor 45 Jahren das Elternhaus meines besten Freundes. Ich ging dort ein und aus und genoss jede Sekunde in dem riesigen alten Anwesen. Die Eltern meines Freundes waren für mich fast wie meine eigenen Eltern. Ich hörte von ihnen nie ein böses Wort. Die Mutter war der gutmütigste Mensch, den ich bis heute kennengelernt habe. Der Vater freundlich und verdammt kinderlieb. Ich erinnere mich an mehr als einen Tag, an dem wir vom frisch gebackenen Zuckerkuchen, direkt aus dem großen Ofen, kosten durften. Doch das ist lange her. Mein Freund ist verzogen, seine Mutter verstorben und sein Vater kam in dem viel zu großen Haus nicht mehr wirklich gut klar. All das ist jetzt Geschichte.

 

Ich fand es mutig, wie die Familie unserer Tochter die Sache anging. Mit Freude, Ruhe und jeder Menge Enthusiasmus. Das Haus so umzuwerkeln wie man es gern hätte, ist eine Lebensaufgabe. Es gibt Dutzende von Zimmern, einen alten Laden, eine alte Backstube, eine Scheune, Stallungen, Garagen und einen riesigen Garten.

 

Zwei Tiere wurden übernommen. Beim Einzug fiel uns ein sperriger Holzkasten mit zwei Wachteln auf. Das wurden die Haustiere Nummer 1 und 2. Als letztes Haustier wurde die Mischlingshündin Pompom in die Familie aufgenommen. Davor zog Oggie ein. Ein kleines schwarzes Kätzchen mit weißen Pfoten, das meine Tochter mit Glück und Geschick auf dem Bauernhof eines Bekannten einfangen konnte. Von ihm handelt diese Geschichte.

 

Oggie war der Nachfolger von Minki. Sie war die ziemlich verhaltensgestörte Katze meines Schwiegersohnes. Wenn wir in Berlin zu Besuch waren, versteckte sich Minki zumeist im Schrank. In vielen Jahren gelang es mir sie vielleicht fünf oder sechs Mal zu streicheln. Dabei wirkte sie nie besonders entspannt.

 

Minkis Tod an Altersschwäche fiel kurz vor den Umzug aufs Land. Oggie sollte die Katzenlücke schließen, die Minkis Ableben aufgerissen hatte. Ihn einzufangen war schon ein Akt, denn der Landwirt, von dessen Hof Oggie stammt, überlässt die Katzen auf dem Hof völlig sich selbst. Er füttert sie; mehr nicht. Meine Tochter musste ein paar Stunden „ansitzen“, um Oggie zu fangen. Eigentlich wollte sie zwei Kätzchen holen, doch das klappte nicht. So landete der kleine Oggie in dem riesigen Haus. Dort versteckte er sich zunächst unter dem Ehebett, ehe er nach und nach zutraulich wurde. Es dauerte nicht lange und er stellte sich der gesamten Familie als Streichelobjekt zur Verfügung. Auch ich durfte endlich an Oggie Hand anlegen. Ich liebe Katzen. Allerdings waren unsere Katzenhaltungsversuche alle tödlich unter Autos der naheliegenden Straße beendet worden. Irgendwann entschlossen wir uns dann Katzenlos zu bleiben.


 

Nach drei Monaten Aufenthalt im Haus; aus dem kleinen Kätzchen war ein etwas größerer immer noch kleiner Kater geworden, ging es das erste Mal nach draußen. Schon vor dem Freigang war mir aufgefallen, dass Oggie nach und nach das gesamte Areal des Hauses in Besitz genommen hatte. Die Kreise, die er zog, wurden immer größer. Irgendwann war er einfach überall. Wie ein Schatten kam er plötzlich hinter den Holzabfällen in der Scheune hervor, tigerte die dunklen Stufen des Kellergewölbes hinauf oder sprang von einem Stuhl im alten Kaufmannsladen herunter. Ich dachte in diesem Momenten immer: Der König hat sich sein Reich genommen. Jedes Schnurrhaar an Oggie, jede Kralle und jeder Muskel drückte in seinen Bewegungen aus: Hier regiere ich!

 

Draußen entdeckte Oggie dann seine wahre Bestimmung. Er war, wie alle Katzen, ein Jäger. Nur hatte er, im Gegensatz zu vielen seiner Artgenossen, auch ein Jagdrevier. Der Garten von ein paar Tausend Quadratmetern, mit dem Bach der hindurchfloss und all den alten Gebäuden Drumherum, war vermutlich die Traumlandschaft, von der alle Katzen träumen. Oggie lebte seinen Traum. Von Anfang an.

 

Es dauerte nur zwei Tage, bis er die erste Maus nach Hause brachte. Auch ein unvorsichtiger Vogel oder ein Maulwurf, der sich aus der Erde buddelte, landete in Oggies Krallen. Die Mäuse brachte der Kater vornehmlich lebend zu seinen Besitzern. Ich dachte nur: Der Knabe ist genau die Katze, die ich mir immer gewünscht hätte. Nicht nur ein Schmusetiger zum Streicheln, sondern ein nützliches Haustier, das genau die Dinge tut, die letztendlich dafür gesorgt haben, dass aus der Katze das letzte Haustier wurde, das dem Menschen in seine Behausungen gefolgt ist.

 

Jetzt ist Oggie neun Monate alt und in meiner Hochachtung ist er seit ein paar Tagen noch ein paar Stufen höher gestiegen. Voller Stolz und mit breiter Brust brachte er eine ausgewachsene Wanderratte ins Haus. Lebendig war das nicht zu schaffen. Die Kampfspuren waren noch deutlich zu erkennen. Das sich Katzen an Ratten herantrauen ist keine Selbstverständlichkeit. Das der kleine Kater, der noch nicht wirklich ausgewachsen, sich das traut, ist erstaunlich. Für so einen kleinen Burschen gehört eine Menge Mut dazu, sich so einem Gegner zu stellen. Allerdings ist er der König, der über sein Reich herrscht. Könige, ob man sie mag oder nicht, neigen dazu, sich etwas Untertan zu machen. Sie bestimmen über Leben und Tod. Auch wenn uns das archaisch und brutal vorkommt, ist doch genau das wirkliches Leben.

 

Egal welche Schlacht Oggie auch geschlagen hat. Vollkommen schnuppe, ob er nächtelang umhergestreift ist, oder den Boden der Scheune inspiziert hat, wenn man ihn ruft, kommt er. Wenn man ein Leckerchen dabei hat, schmiegt er sich an einen und lässt sich streicheln. Dann schnurrt er wie ein gut laufender Achtzylinder im Miniaturformat. Wenn meine Finger sich dann durch sein Fell arbeiten, darf ich einen König streicheln. Ich genieße jede Sekunde davon und hoffe, dass ich noch ausreichend Gelegenheit finden werde, um den König von Kaierde zum Schnurren zu bringen…



Thomas Knackstedt



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