N E U : 22. Oktober 2017      


Laufen hat den Pressebericht zum Magdeburg Marathon.


In Laufen wird gezweifelt.


Essen und Trinken gibt es in Link oder Leben.


Das Mittwochtraining steht in Laufen.


Link oder Leben läuft zum Pflegesalon.


Auf der Startseite geht es ums Laufen.


Existentiell geht es in Link oder Leben zu.


Schreiben hat eine neue Geschichte.


      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.  
 



Jung, schnell, schön, blöd?

 

Das ist die Frage, die ich  mir gerade stelle. Lutz hat mir einen Schwung Laufzeitungen aus diesem Jahr mitgebracht, die er durch hat. Ich kann ja mal reinschauen. Wer weiß, vielleicht kann man noch was lernen. Ich bin da allerdings skeptisch. Das fängt bereits mit dem Blick auf die fünf Exemplare des Blattes an. Die umfassen den Zeitraum von März bis August 2017 und sind so offensichtlich gleich geschaltet, dass einem neutralen Beobachter angst und bange wird.

 

Es fängt damit an, dass auf allen fünf Magazinen jeweils eine junge, bildhübsche Frau abgebildet ist, deren Gesichtsausdruck nur wenige Schlüsse zulässt. Entweder haben die jungen Damen gerade exquisite Drogen genommen oder leiden an nicht mehr abstellbarer guter Laune. Ich weiß es nicht. Was mich als Lauftrainer dabei am meisten ins Grübeln bringt, ist der Beinstand der Mädels, die allesamt beim Laufen fotografiert wurden. Bei keiner der Damen gibt es einen Bodenkontakt mit den Füßen. Okay, das kenne ich. Solche Bilder suche sogar ich Foto-Laie aus, wenn ich einen Bericht zur örtlichen Presse schicke. Was die nach hinten hochgeworfenen Beine angeht, sehe ich auf den ersten Blick, dass hier Kilometerzeiten von 3:30 Minuten bis 4:00 Minuten gelaufen werden. Man sieht, was schnell ist. Bei der aktuellen regionalen Laufszene in unserem Land weiß ich auch, dass es nur eine Hand voller Frauen gibt, die solche Zeiten tatsächlich über mehrere Kilometer laufen können. Ganz nebenbei ist das verdammt harte Arbeit. Keine Frau, die das schafft, zieht in der Realität dieses glückliche „Mir ist der Braten aber wunderbar gelungen – Gesicht.“ Das ist gruselig.


Keines dieser Vorzeigemädels hat auch nur einen einzigen Schweißtropfen auf ihrem Körper anzubieten. Das erinnert mich an die Conny-Pferdeheftchen, die unsere Tochter immer so gern gelesen hat. Auf 30 Seiten gab es da Tausend Pferde. Aber keines von denen hat je einen Köddel fallen lassen. Die Bilder waren immer lupenrein. In jedem Stall hätte man problemlos eine Herzoperation durchführen können.


 

Ist das nicht ziemlich unkreativ, ständig das gleiche „Lauf-Abziehbild“ auf eine Titelseite zu klatschen? Hält man seine Leserschaft da nicht für ziemlich dämlich? Wobei… mit den Fotos ist es ja noch nicht alles. Die Überschriften schreiben eine weitere Botschaft an die Kunden.


„Locker und leicht laufen!“ steht auf einem Blatt. Zwei Monate zuvor titelte das Blatt: Heute noch besser laufen!“ Weiter finde ich: „So werden sie alle Verletzungen los!“ und einen Monat vorher: „Für immer gesund!“ Oder: „Das effektivste Tempotraining.“ Kurz davor hieß es: „Effektiver trainieren!“


Dazu gibt es die Mantra-artige Parole: „Weg mit dem Fett! Idealgewicht ohne Diät! Smoothies für die perfekte Nährstoffversorgung!“

 

Für mich ist das die Art Werbung, die man bei Haustürgeschäften macht. Unseriös, mit Versprechungen die niemand einhalten kann. Ich bin seit zwanzig Jahren als Trainer im Laufsport tätig. Wenn ich eines weiß, dann ist es, dass Laufen; jedenfalls wenn man seine Grenzen ausloten will, sehr wohl Spaß machen kann. Aber in erster Linie ist es hartes Training und Disziplin. Es kommt nicht auf die „coolste Sonnenbrille“ an oder den „Laufschuh der Zukunft.“ Auch das waren Schlagzeilen auf den Titelblättern. Für einen Großteil der Magazinherausgeber ist Laufen vor allem eins: Ein Geschäft. Und zwar eines, das voll im Trend liegt. Mit all den schönen Berichten und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wiederholt man eigentlich nur den Grundwunsch jedes Menschen: Ich möchte mit wenig Aufwand viel erreichen. Eine Illusion…

 

Beim Durchblättern der Magazine kann ich dann auf jeder Seite lesen, wie einfach alles ist. Um mir klar zu machen, wie und vor allem mit welchen Klamotten ich meine Träume verwirklichen kann, gibt es reichlich Werbung. Ziemlich offensichtlich was da abgeht.

 

Laufen ist für mich persönlich eine der schönsten Nebensachen der Welt. Es gibt noch eine Menge anderer Sachen, die mich genau so begeistern wie ein gut gelaufener Marathon. Natürlich möchte ich aufs Laufen nicht verzichten, aber im Gegensatz zu meiner Familie oder meiner Arbeit ist Laufen nun Mal nur eine Nebensache.

 

Meine Lauferfahrungen sind simpel. Ich habe in zwanzig Jahren, in denen ich Wettkämpfe zwischen fünf bis Hundert Kilometern Streckenlänge gelaufen bin, einfache Wahrheiten gefunden. Meine Füße sind wichtiger als meine Schuhe. Wasser ist der Grundstoff meiner Leistung. Nahrungsergänzungsmittel sind eine von der Industrie erfundene Unterstützung die nur den Geldbeutel leichter macht, aber nicht meinen Laufstil. Niemand kennt meinen Körper besser als ich. „Man muss es nur wollen“ ist die mit Abstand dämlichste Parole beim Laufen. Grenzen zu überschreiten ist Schwachsinn. Mit hartem Training kann man sie verschieben, überschreiten sollte man sie nie. Jeder Kilometer zählt. Ohne Training geht gar nichts. Wer in Wettkämpfen wissen will, was wirklich geht, wird sich im Training und Wettkampf quälen müssen. Das ist alles andere als Spaß.

 

Wenn ich mir dann noch die Trainingspläne in den Magazinen, oder auf entsprechenden Internetseiten, anschaue verzweifele ich vollends. Über die Sinnhaftigkeit eines Laufplans kann man trefflich schreiten. Wenn jedoch von vornherein ein Generalplan für Jung und Alt, Dick und Dünn ohne Rücksicht auf die persönliche Situation, das eigene Umfeld und die Möglichkeiten des einzelnen Menschen angeboten werden, bei denen am Ende zum Beispiel eine 10 Kilometerzeit von unter 40 Minuten versprochen wird, dann sage ich: Viel Spaß dabei! Scheitern oder eine Verletzung sind vorprogrammiert.

 

Ein befreundeter Lauftrainer sagt mir mal: „Wenn du Vorträge hältst, nimm ordentlich Eintritt. Wenn du das umsonst machst, kommt keiner. Wenn du 10 Euro nimmst, ist die Hütte voll. Läufer glauben immer, je teurer etwas ist, desto besser ist es. Alles was umsonst ist, ist wertlos.“

 

Mittlerweile weiß ich, dass er vermutlich Recht hat. Leider. Das erklärt auch diese Magazingestaltung. Wieso hart trainieren, wenn ich mir für 200 Euro einen Schuh kaufen kann, der die Arbeit allein macht. Wieso Tempo knüppeln und sich in Enthaltsamkeit üben, wenn ich mir nur irgendein Pulver reinziehen muss, dass aus meinem kleinen Mittelklassemotor einen Rennboliden macht? Nur eins ist wichtig, damit es funktioniert: Du musst ganz fest dran glauben und bei Nichterreichung deiner Ziele eine Palette von Ausreden bereit halten. Irgendwie kann man Pleiten immer erklären.

 

Laufen ist einfach. Es braucht weder Hochglanzfotos noch Klamotten aus der Weltraumforschung. Klar schaut man sich gern ein paar gut gebaute Frauen an. Aber da kaufe ich mir dann doch lieber den Playboy als eine Laufzeitschrift. Ich lese immer gern andere Meinungen und bin für jeden Tipp dankbar. Nur eines mag ich gar nicht: Für blöd gehalten zu werden…


             

 Thomas Knackstedt        


 

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