N E U : 21. Oktober 2019      


Die Startseite steht unter Strom.


Link oder Leben läuft am Wochenende.


Einen "Neuen" gibt es in Laufen.


Laufen macht sich Gedanken.


Das Mittwochtraining steht in Link oder Leben.


Link oder Leben verbindet angenehm und nützlich.


Laufen hat das Wochenende.


Schreiben hat eine neue Geschichte.


     

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.      



 

Strom.

 

„Papa!“ Wie oft habe ich Annas Stimme schon meinen Namen so rufen hören. In den letzten drei Jahrzehnten jedenfalls reichlich. Eigentlich braucht das Kind nie Hilfe, jetzt wo es erwachsen ist schon gar nicht. Aber wenn sie so ruft, dann ist es eilig. Das weiß ich genau.

Ich rufe zurück, was los ist und Anna ruft mir irgendwas von einfangen zu. Hmmmh. Das kann alles Mögliche bedeuten. Ist vielleicht der neue, kleine Kater Oggy aus der Wohnung abgehauen? Oder hat eine der fünf Wachteln das Weite gesucht? Vermutlich nicht, das würde Anna auch alles ohne mich hinbekommen. Also gehe ich aus dem Stall nach draußen und suche meine Tochter.

 

„Die Ziegen sind ausgebrochen.“ Ich höre Anna ganz klar und deutlich aus dem großen Garten hinter dem Haus. „Die fressen meine Tomaten!“ Aha. Jetzt ist alles klar. Anna und Tobi haben einen Teil des großen Gartens an eine Frau verpachtet, die Ziegen hält. Normalerweise sind die mit einem großen Maschen-Elektrodrahtzaun in ihrem Bewegungsradius klar eingeschränkt. Aber wer selbst schon mal Tierhalter war, der weiß, wie gerissen Tiere sein können. Strom hin oder her. Ziegen sind wahre Ausbrecherkönige.

 


Ich schnappe mir Tobis Gummistiefel, die Wiese wird jetzt klatschnass sein, rufe Anna zu, dass ich unterwegs bin, und mache mich auf den Weg. Ich überhole die sechsjährige Ella, die mit ihrer Freundin Mia auch in den Garten unterwegs ist. Dann sehe ich das Schlamassel auch schon. Drei Ziegen sind aus dem Gehege ausgebrochen und nutzen Annas Garten als Selbstbedienungsladen. Das geht gar nicht. Anna hat Stricke geholt und die achtjährige Lotta ist an ihrer Seite und gibt Anweisungen, was die Mutti alles machen soll. Super.

 

Anna wirft mir zwei Stricke zu. Sie selbst hat eine Ziege bereits am Strick festgemacht und führt sie in Richtung Gehege davon. Ich schnappe mir die nächste Ziege, mache sie fest und folge Anna. Lotta läuft nebenher und macht große Augen. Ella und Mia stehen am Zaun wie festgewurzelt. Stille, interessierte Beobachter. Mehr ist von den beiden nicht zu erwarten.

 

Zunächst müssen wir über die Pferdweide des Nachbarn. Da stehen zwar keine Pferde, aber ein weißer Litzen-Stromzaun ist da trotzdem. Wenn ich vor etwas Respekt habe, dann ist es Strom. Ich will auf gar keinen Fall einen „gewischt“ kriegen. Das habe ich schon als Kind gehasst. Anna sieht mich zögern und ruft: „Kannst du durchgehen. Es ist kein Saft drauf. Das haben die Ziegen auch schon festgestellt.“ Mir fällt ein Stein vom Herzen. Ich führe die Ziege unter dem Zaun hindurch und die dritte Ziege folgt uns unaufgefordert. Sehr schön. Ich bin kurz hinter Anna, als ich sie laut „Mist“ sagen höre. Dann sehe ich, was ihr nicht gefällt.

 

Die Ziegen haben den großen Strom-Machendrahtzaun umgeworfen. Auf dem ist Saft. Und zwar nicht zu knapp. Jetzt, wo er teilweise am Boden liegt, geht eine Menge Spannung verloren, der Strom ist kaum noch zu spüren. Unsere drei Ausreißer haben diesen Umstand sofort zur Flucht genutzt. Eine vierte Ziege wollte folgen, hat sich aber hoffnungslos im Maschendrahtzaun verfangen. Gut, dass da jetzt kaum Strom vorhanden ist, ansonsten wäre das ein Fiasko.

 

Wir lassen unsere Ziegen los und Anna versucht, die gefangene Ziege aus dem Zaun zu befreien. Das ist alles andere als einfach. „Stell den Strom ab“ ruft sie mir zu. Ich? Sie weiß doch genau, was für ein Schisser ich bin, wenn es um Strom geht. Aber was sein muss, muss sein. An das Stromgerät komme ich nicht heran, das ist abgeschlossen in einer Stahlbox. Aber der Zuführungsdraht mit der Klemme am Zaun, den erwische ich. Vorsichtig wie der Experte eines Bomben-Entschärfungs-Kommandos fasse ich durch eine Zaunmasche und löse die Klemme. Puh. Nichts passiert. „Strom ist aus“ rufe ich. Dann laufe ich zu Anna und gemeinsam wurschteln wir die Ziege aus dem Zaun. Die hängt dort fest, wie ein Fisch im Trawlernetz. Nach ein paar Minuten haben wir das Tier frei und schubsen es ins Gehege. Unsere drei anderen Ausreißer sind mittlerweile auf dem Weg Richtung Nachbargrundstück. Zwar steht Lotta ihnen im Wege, aber als die drei Ziegen auf sie zugehen, bekommt Lotta einen hysterischen Anfall. Sie beginnt zu heulen und kreischt: „Der Ziegenbock! Ich habe Angst vor dem Ziegenbock! Hilfe!“ Anna schreit zurück: „Hier gibt es keinen Ziegenbock. Das sind alles Ziegen.“ Aber das kommt bei Lotta nicht an. Sie steht wie angewurzelt da und sieht aus, als ob sie kurz vor 200 Puls ist. Unsere kleine Dramaqueen ist voll und ganz in ihrem Element.

 

„Geh unter dem Zaun durch“ rufe ich. „Die tun dir nichts. Aber geh da weg.“ Lotta bewegt sich wieder und klettert tatsächlich durch den Zaun. Die erste Ziege macht es ihr nach. Die zweite schnappe ich mir und schubse sie unsanft ins Gehege. „Warum schubst du die Ziege?“ fragt Lotta empört. Das fehlt mir jetzt noch. „Du kannst sie ja zu ihrem Platz tragen, wenn du dich traust“ schnauze ich sie an. Da sagt Lotta nichts mehr. Während wir reden, ist Ziege Nummer drei auch durch den Zaun gestiegen. Jetzt heißt es: Schnell sein.

 

Anna rennt nach draußen und schnappt sich die beiden Ausreißer. Ich halte den Gehegezaun offen und schubse die nachdrängenden Ziegen mit den Füßen immer wieder ins Gehege zurück. Anna bringt die Ausreißer tatsächlich zu mir, ich öffne den Zaun und wir haben alle Ziegen wieder in der Umzäunung. „Schnell, wir brauchen Strom“ sagt Anna. Sie hat recht, die Ziege, die vorhin im Zaun hing, hat den Schädel schon wieder durch die Maschen der Umzäunung gesteckt.

 

Ich laufe zum Stromgerät, packe den isolierten Draht und die Klemme und will ihn ganz schnell an den Zaun klemmen. Natürlich bekomme ich dabei richtig einen „gewischt.“ Verdammt, hat das weh getan. Ich schüttele meine Hand und rufe lauthals „Scheiße.“ Anna lacht. Logisch…

 

Als die erste Ziege Kontakt zum Zaun bekommt, springt sie in einem großen Hopser zur Seite. Sehr schön. Aber wie kommen wir jetzt wieder hier raus. Ich gehe jedenfalls nicht mehr in die Nähe dieser Hochspannungsanlage. „Hallo?“ hören wir da eine Stimme von draußen. Die Ziegenfrau, so heißt sie jedenfalls bei mir, weil ich mir den Namen nicht merken kann, steht vor dem Gehege ihrer Ziegen. Anna klärt sie auf, was los war und die Frau schließt das Zugangstor auf und wir können aus dem Gehege heraus. Die Frau hat der Himmel geschickt. Wir reden noch einen Moment und gehen dann zurück durch Annas Garten. Lotta zieht noch immer eine Schnute, weil sie Angst hatte. Ich umarme sie und sage: „Wenn du ein Grashalm wärst, dann müsstest du Angst vor einer Ziege haben. Bist du aber nicht.“ Lotta ist nicht zum lachen zumute. Okay, dann mache ich das halt…

   


Thomas Knackstedt

 


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