N E U : 19. Februar 2020      


Das Mittwochtraining steht in Link oder Leben.


Link oder Leben hat einen Musiktipp.


Der Sonntag steht in Laufen.


Laufen gibt Gas auf der Langstrecke.


In Schreiben steht eine neue Geschichte.


Link oder Leben bereitet sich vor.


Der Frühling meldet sich in Laufen.


Die Startseite hat eine neue Geschichte.


     

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.      





Zensur.

 

Ich hätte nie gedacht, dass sich mal jemand so für meine Texte interessiert. Ich schreibe seit vielen Jahren. Gedichte, Kurzgeschichten, Romane. Am Anfang versuchte ich, etwas zu veröffentlichen, doch das gab ich bald auf. Zuviel Aufwand für Null Gewinn. Ich war und bin einfach nicht gut genug, um es an die Spitze der Bestseller-Charts zu schaffen. Das weiß ich auch selbst, aber: Ich schreibe trotzdem gern. Wenn ich nur einen Leser habe, bin ich schon glücklich. Ich kann die Stories auf meiner Website veröffentlichen und bin schon seit mehr als 15 Jahren dabei Rezensionen für Filme und Musikalben zu schreiben. Ab und an kommt eine Kurzgeschichte in einem Sammelband unter. Mir gefällt das alles; ich mache das gern.



Wenn ich einen Text schreibe oder einen Film oder eine Platte rezensiere, dann tue ich das ohne Boshaftigkeit, Argwohn oder Arroganz. Ich glaube ganz fest daran, dass jeder der ein Buch schreibt oder ein Musikalbum veröffentlicht, das Beste aus sich herausgeholt hat. Niemand will absichtlich Schund veröffentlichen. Leider kommt der dann doch oft heraus, aber: Wenn man ihn kritisiert, darf es nie persönlich werden.

 

Bei Kurzgeschichten ist es schon schwieriger. Ich erlebe in meinem Job eine ganze Menge. Tragische, traurige, verrückte, bewegende, aber auch komische Situationen. Beim Berichten darüber stellt sich die Frage: Wie soll man eine lustige Geschichte schreiben, ohne sich über jemanden lustig zu machen? Wie einen Witz erzählen, bei dem niemand der Lächerlichkeit preisgegeben wird? Wenn ihr mich fragt, so ist das unmöglich.

 

Na ja, es ist, wie es ist. Auf jeden Fall habe ich in dieser Woche etwas geschafft, das ich noch nie hinbekommen habe: Ich bin zwei Mal zensiert worden. Man hat meine Texte nicht genommen. Was mich dabei am meisten überraschte war, dass ich damit niemals gerechnet hätte, denn: Texte dieser Art habe ich schon Hundert Mal geschrieben, ohne dass sich die Zensur eingemischt hätte. Man lernt immer noch etwas dazu…


Ich schreibe seit vielen Jahren auf der Polizeipoeten-Seite. Das ist ein tolles Projekt und viele meiner jungen Kollegen und Berufsanfänger können da aus erster Hand, von älteren Kollegen, die schon einiges in ihrem Berufsleben gesehen haben, erfahren wie das so ist, Polizist zu sein. Auf der Seite habe ich eine Menge Geschichten veröffentlicht. Ich habe dafür jede Menge Resonanz geerntet. Meist sehr positive Schreiben, aber auch schon mal deftige, beleidigende Kommentare. Okay, wer schreibt muss damit leben.


Als ich jetzt einen Text an die Seite schickte, war es eigentlich so wie immer. Ich hatte etwas aufgeschrieben, was ich persönlich erlebt habe. Ich verändere die Geschichten natürlich. Niemand soll oder darf sich wiedererkennen. So wird aus einer Frau ein Mann, aus einer Stadt ein Dorf oder aus einem Ausländer ein Deutscher. Am Ende ist der Kern der wahren Geschichte noch da, die handelnden Personen sind es jedoch nicht. Bei dem Text, den ich jetzt schrieb, ging es um einen kleinen Mann, der mit einer großen Pistole herumgefuchtelt hat. Das war so passiert. Ich habe das nicht erfunden. Ich fand die Geschichte zwar auch witzig, aber irgendwie auch ein wenig traurig.


Als ich eine Mail erhielt, dass die Story aus Gründen der „Political Correctness“ nicht erscheinen wird, war ich erstaunt. So kannte ich die Macher der Website gar nicht. Sich schon vorher Gedanken zu machen, ob sich irgendjemand über irgendetwas aufregen könnte und einen, wie es heute so schön heißt, „Shitstorm“ auslöst, halte ich für überaus ängstlich und überzogen. Meine Meinung. Aber natürlich musste ich die Entscheidung akzeptieren. Es hieß, ich würde mich über kleine Menschen lustig machen und man könnte die wahren Personen der Geschichte vermutlich zu leicht wiedererkennen. Hä?, dachte ich. Die wissen doch gar nicht, was ich alles verändert habe. Wie können sie da auch nur vermuten wer die handelnden Personen im wirklichen Leben sind? Was mich an der Reaktion am meisten geärgert hat war, dass die Geschichte genau so passiert war, wie sie dort stand; jedenfalls was die Handlung anging. Also wie soll man jemanden bewusst denunzieren oder herabwürdigen, wenn man die Realität aufschreibt? Das war mir dann doch irgendwie ein bisschen zu verrückt.


Meine zweite Ablehnung erhielt ich einen Tag später vom Internetgiganten Amazon. Da habe ich schon über 3000 Artikel rezensiert und entscheide mich vor allem dadurch von den anderen Rezensenten, dass ich mich aus der Rankingliste habe nehmen lassen. Hier hatte ich eine Rezension zum Film -ES Kapitel 1- geschrieben. Ich habe Kings Roman geliebt, liebe ihn noch immer, aber der Film; na ja. Von 5 Sternen habe ich 3 rausgerückt. Roman und Film entscheiden sich für mich doch ein bisschen arg. Ich habe das mit ganz normalen Worten ohne jede Beleidigung oder irgendeinen Kraftausdruck aufgeschrieben. Wie gesagt, persönlich werden ist überhaupt nicht mein Ding. Es ist eine einfache Geschichte: Der Regisseur darf seinen Film so drehen wie er mag, und ich darf meine Meinung dazu offen sagen oder schreiben; jedenfalls wenn ich mich dabei an die Spielregeln des guten Umgangs halte. Ziemlich einfach.


Als ich die Mail von Amazon bekam, dass die Rezension nicht erscheinen wird, da sie den Rezensionsrichtlinien nicht entspricht, war ich ratlos. Was war da passiert? Ich hatte den gleichen Text mittlerweile auf einer anderen Filmseite veröffentlicht, ohne Probleme. Ich las mir den Text noch einmal durch und mir kam ein Verdacht. Der Regisseur des Films heißt Muschietti. Sollte vielleicht die „Muschi“ ein Programm aktiviert haben, dass meinen Text rausgeworfen hat? Ich weiß es nicht. Vor zehn Jahren hätte ich nachgefragt, heute geht mir das ganz locker am Allerwertesten vorbei.


Andererseits ist es in unserer heutigen Zeit vielleicht auch gar nicht schlecht, mal zensiert zu werden. Wir legen jedes Wort drei Mal auf die Goldwaage, ehe wir es in den Mund nehmen oder in die Zeitung schreiben. Das ist manchmal gut und manchmal eine Katastrophe. Ich hoffe nur, dass ein „freies Schreiben“ ohne Angst haben zu müssen in ein Fettnäpfchen zu treten, auch weiterhin möglich sein wird. Ich möchte jedenfalls weiter davon schreiben, was in „meiner“ Welt passiert. Und meine Meinung möchte ich auch gern sagen. Jedenfalls wenn sie niemanden runterputzt und keine Gesetze verletzt. Das sollte nicht zu viel verlangt sein…   



Thomas Knackstedt



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