ANMELDUNG HILSKAMMLAUF 2017


N E U : 29. März 2017      


Das Mittwochtraining steht in Laufen.


Auf der Startseite steht die Springe Homestory.


Die aktuelle Trainingswoche steht in Link oder Leben.


Schreiben hat eine kleine Geschichte für Euch.


Der Pressebericht zum Springe-Deister Marathon steht in Laufen.


Link oder Leben präsentiert eine Vorschau.


In Link oder Leben gibt es einen Buchtipp.


      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.  
 

 

  

Thomas Knackstedt       

 


Das Trikot des Siegers.

 

Diese Überschrift sollte die „Springe – Homestory“ eigentlich nicht tragen, aber manchmal lässt sich das nicht verhindern. Angelehnt an den Film -Die Stunde des Siegers- aus dem Jahr 1981 bleibt einem gar nichts anderes übrig.

 

Springe Halbmarathon. Rund um den Saupark. Immer im März. Manchmal mit Wind. Manchmal mit Schnee. Manchmal, so wie heute, mit Sonne und einem Gefühl, das einem zuflüstert: He, es wird Frühling! Obwohl ich ein Wintermensch bin, gefällt mir das.

 

Ich habe gut gefrühstückt und warte auf mein „Taxi“. Messer holt mich ab und wir fahren gemeinsam zum Doc. Hassan und Jörn stoßen auch noch zu uns. In Springe wollen wir uns dann mit unserer neuen „Laufrakete“ Julia treffen. Das kann lustig werden.

 

Wir zwängen uns in Messers Wagen und bis nach Springe sind wir schon gut drauf. Es werden Sprüche geklopft und wir sind alle gespannt, wie unser Supermario beim Marathon unterwegs ist. Als ich Marios Ankündigung aus der vergangenen Woche „3:20 geht immer“ loslasse, hauen sich alle auf die Schenkel.



 Mr. Cool: Hassan.

In Springe angekommen lacht die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Jörn kennt die Hälfte der Läuferschar, ich niemanden. Hm, das war früher auch anders. Wir treffen Julia bei der Anmeldung und das Mädel strahlt mit der Sonne um die Wette. Ein paar Minuten später rauscht Supermario nach der ersten Runde an der Halle vorbei. Sieht locker aus. Gar nicht schlecht. Wir ziehen uns um, quatschen noch ein wenig und reden über die Pläne des Tages. Mein Plan ist klar: Julia soll aufs Treppchen. Im Gegensatz zu ihr weiß ich, was sie kann. Hier möchte ich sie weit vorn im Feld sehen. Zudem hat sie sich Kathrins DSC Shirt geliehen. Was soll da schief gehen? Mit dem Ding hat Kathrin einige Siege eingelaufen. Anschließend laufen wir uns alle zusammen warm und treffen auf Supermario in Runde zwei. Der lacht noch immer und wirkt tiefenentspannt.

 

Direkt vor dem Start bekommt Hassan noch mal die Stallorder zunächst beim Doc zu bleiben. Nicht, dass er wie beim Granetalsperrenlauf das Kunststück fertigbringt, bei Kilometer eins neben dem späteren Sieger zu laufen und im Ziel 20 Minuten hinter ihm ist. Und das auf 11 Kilometer! Wir versammeln uns auf der Straße am Start und los geht es. 350 Läuferinnen und Läufer sind ein imposantes Bild.



Warmlaufen für alle.

 

Julia ist an meiner Seite, Messer direkt hinter uns. Jörn verabschiedet sich nach vorn. Den Doc und Hassan sehen wir nicht. Bei Kilometer zwei wartet eine 90 Grad Kehre und wenn ich mich nicht täusche dürfte keine Frau vor uns laufen. Sehr schön. Ab Kilometer vier sind wir in einer Gruppe, die mir nicht gefällt. Julia, Messer und ich laufen vornweg, drei Männer in unserem Windschatten. Das geht bis Kilometer 10 so. Ich fasse es nicht. Beim Radrennen gäbe es jetzt Krach, beim Laufen muss man subtiler vorgehen. Ich sage so laut, dass alle es hören können: „Julia, mach langsamer. Die Jungs hängen sich seit 6 Kilometern nur bei uns rein. Die können auch mal Tempo machen.“ Die beiden jüngeren Männer gehen sofort nach vorn und übernehmen die Führung, der Ältere bleibt stur im Windschatten. Typen gibt es…


 
Siegessicher vor dem Start sieht definitiv anders aus.

Bei Kilometer 11 löst sich die Gruppe auf. Messer fällt zurück. Der Windschatten-Lutscher ebenfalls. Gott sei Dank, kann ich mir meine Gardinenpredigt sparen. Julia sieht immer noch gut aus und ich merke, dass es mir langsam schwer fällt. Aber es gibt Abwechslung. Vor uns taucht Mario auf. Der sieht gar nicht mehr so locker aus. Er fummelt mit seinem Arm in der Luft rum und wackelt mit dem Rücken. Da scheint es Probleme zu geben. Verdammt, wieso habe ich meine Kamera nicht dabei? Das würde ich jetzt gern fotografieren. Julia hat unbewusst das Tempo erhöht. Das Mädchen passt zu uns. Wir ziehen vorbei und Mario stöhnt: „Ist doch echt warm.“ Recht hat er. Da wir grundsätzlich nicht auf andere Rücksicht nehmen, laufen wir nach vorn.

 

Bei Kilometer 16 ist es dann soweit. Ich muss unseren „Rookie“ ziehen lassen. Meine Beine sind aus Blei und Julia entfernt sich langsam von mir. Ich kann mein Tempo halten, mithalten kann ich nicht mehr. Bei Kilometer 18 bin ich wieder neben Julia. Ich schaue sie an und sehe in ihrem Gesicht, dass sie so miserabel aussieht, wie ich mich fühle. Irgendwie doch schön. Die Anstrengung ist für uns alle gleich schwer. Bis Kilometer 20 geben wir sogar noch mal Gas und beharken uns mit einem jungen Burschen, den wir zunächst auflaufen und der uns anschließend stehen lässt. Kurz vor dem Ziel sage ich zu Julia: „Du hast gewonnen Mädchen. Das hast du gut gemacht. Jetzt setz mal ein Lächeln auf und reiß die Arme in die Luft wenn du ins Ziel läufst.“ Julia macht genau das, während ich mich etwas zurückfallen lasse. Im Ziel umarmen wir uns. Ich freue mich wahnsinnig über Julias Erfolg.

 

Eine Minute später ist Messer im Ziel. Hassan und der Doc folgen auch bald. Jörn treffen wir ebenfalls. Er hat den fünften Platz gesamt belegt. Die Freude über Julias Sieg und unsere guten Zeiten wirkt auf alle ansteckend.


 
Futtern nach dem Lauf.

Vor der Siegerehrung muss Julia noch einen Kuchen ausgeben. Eine Jacke hat das Kind auch nicht mit. Kriegt sie meine Mini-Regenjacke. Dann ist Siegerehrung und wir grölen los als Julias Name aufgerufen wird.

Wieder draußen sehen wir Supermario ins Ziel fallen. Der hat ab Kilometer 30 richtig beißen müssen und dann bei 39 noch einen Krampf bekommen. Tiefenentspannt war gestern, komplett abgekämpft ist jetzt angesagt.



Ziemlich platt: Supermario.

 

Eine halbe Stunde später albern wir im Hallenbad Springe herum. Den Besuch gibt es mit der Startnummer gratis. Tolle Idee. Jetzt bekommen Jörn und ich Krämpfe unter der Fußsohle. Vermutlich sind wir die einzigen gewesen, die sich richtig angestrengt haben. Julia verbaselt ihr Haarband und findet es kurze Zeit später wieder. Was für ein Haufen.

 

So war das also in Springe. Und die Überschrift? Was ist mit der? Okay, das löse ich noch auf. Da ruft doch die Julia an und sagt, sie hätte ein paar Sachen in Springe vergessen. Unter anderem auch Kathrins Trikot. Sie hat schon angerufen, aber man hat nichts gefunden. Sie kann nicht mehr schlafen, hat Angst aus der Laufgruppe zu fliegen und sucht in Tag-Albträumen vergeblich nach dem roten Wunderlappen. Kathrin tröstet sie. Nicht schlimm. Kann passieren. Wird schon wieder. Kein Beinbruch.

 

Ich  nehme Kathrin das Handy aus der Hand und sage: „Julia, rück das Trikot raus! Ich weiß doch genau, dass du das Ding als Souvenir behalten willst, weil du deinen ersten Volkslauf gewonnen hast. Dafür brauchst du dir nicht so eine Story ausdenken!“ Totenstille am anderen Ende der Leitung. Dann lachen wir gemeinsam los…



Thomas Knackstedt

 

 

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