N E U : 7. Dezember 2016       


Das Mittwochtraining steht in Laufen.


In Laufen folgt die Praxis der Theorie.


Einen "Kälte-Ratgeber" gibt es in Link oder Leben.


Link oder Leben hat ein Genießer-Wochenende.


Schreiben hat einen neuen Text.


In Laufen geht es um zwei wichtige Dinge.


Link oder Leben berichtet über die Winterlaufserie.


Die Startseite präsentiert eine neue Geschichte.


      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.  
 

 

  

Thomas Knackstedt       

 


Männer ohne Frauen.


Wer sich für Literatur interessiert, der weiß: 1927 hat Ernest Hemingway bei „Scribners & Sons“ 14 Kurzgeschichten unter diesem Titel veröffentlicht. Das ist 99 Jahre her und ich werde heute die 15. Geschichte an Hemingways legendären Geschichtenband anhängen.


Ziemlich vermessen, oder? Aber das macht nichts. Ich hatte Hemingways Titel im Kopf, als ich am Samstag im Dicken B. anrauschte, um mich einer der größten Herausforderungen meines „Opa-Lebens“ zu stellen. Ich war mir nicht sicher, ob ich dieser Aufgabe gewachsen war. Letztendlich musste ich feststellen, dass die Antwort darauf ein klares „NEIN“ war. Aber wenn die Not am größten ist und der Feind übermächtig wirkt, dann brauchst du Freunde. Wie sagte schon der Herzog von Wellington: „Ich wünschte es wäre Nacht und die Preußen kämen.“ Meine Preußen hießen an diesem Wochenende Tobi. Verdammt war ich froh, dass mein Schwiegersohn da war…


Die Mädels wollen ins Wellness Wochenende nach Potsdam. Okay, sollen sie. Aber wer passt auf die Kinder auf? Schnell werden Tobi und ich als „Schießhunde“ engagiert. Das dürfte doch wohl kein Problem sein. Der Papa und der Opa, zusammen 94 Jahre geballte Lebenserfahrung gegen naseweise 8 Jahre addiertes Kinderleben. Ich würde mal sagen: Ein Kindergeburtstag. Na ja, wie immer kommt es anders.


Als Anna und Kathrin aus dem Haus sind legen wir mit unserer Männerwirtschaft los. Zunächst einmal gehen wir mit den Gören nach draußen. Schließlich brauchen die Kinder frische Luft. Natürlich fängt es zu regnen an, als wir auf den Kottbusser Damm treten. Die Mädchen möchten Rad fahren. Dürfen sie.  Ella pest mir ihrem Tretrad wie Evel Knievel im Miniaturformat über die Gehwege. Dass sie dabei niemanden über den Haufen fährt, ist ein kleines Wunder. Lotta kommt mit ihrem Rad heute nicht so gut zurecht. Sie fährt gegen eine Laterne, schimpft wie ein Rohrspatz und knallt das Rad auf den Boden. So kenne ich „meine Prinzessin Tausendschön“. Mir würden jetzt die Sicherungen durchbrennen, aber Tobi hat alles im Griff. Mit Ruhe und Geduld biegt er die Situation wieder hin. Perfekt.



Wieder zu Hause dürfen Lotta und Ella Fernsehen, Opa sucht in der Küche die Bratpfanne und Tobi räumt das Kinderzimmer auf. Nebenbei müssen Tobi und ich uns mit einem Weizenbier stärken. Schließlich will man bei einer so wichtigen Aufgabe nicht dehydrieren. Eine halbe Stunde später stehen acht gebratene Eier mit Nudeln auf dem Tisch. Wir hauen rein, als gäbe es kein Morgen. Die Kinder sind gut drauf und die Ketchupflasche macht die Runde. Sehr schön. Hinterher noch ein wenig Glotze für die Kleinen. Tobi leistet ihnen Gesellschaft und ich wasche ab. Dann bringt der Papa seine Kinder ins Bett. Klappt doch prima. Ella wird nur noch zwei Mal wach und meckert, aber das ist Pillepalle.


Jetzt sind die großen Kleinen dran. Tobi und ich schauen uns -Scouts vs. Zombies- an, lachen uns zigfach weg und kosten dabei die Flasche „Caol Isla“, die ich mitgebracht habe. So kann man einen Abend vor der Glotze aushalten. Um 23 Uhr sind wir so müde, wie man sich das nur vorstellen kann und hauen uns aufs Ohr. Das war doch eine lockere Veranstaltung.


Am nächsten Morgen höre ich, wie Tobi den beiden Mädchen im Bett ein Märchenbuch vorliest. Ein echter Vorzeigepapa. Es ist schon acht Uhr und ich schlurfe zum Bäcker, um Brötchen zu holen.


Am Frühstückstisch zeigt sich schnell, dass Ella nicht gut drauf ist. Das ist gar nicht gut. Wenn dieses kleine Energiepaket schlechte Laune hat, dann ist kein Sturm im Anzug, sondern ein verdammter Hurrikan ungeahnten Ausmaßes. Ella will dies nicht und das nicht und meckert über jeden Scheiß. Ihr kleiner Dickkopf ist einzigartig und ich weiß jetzt wieder, wieso sie bei uns den Spitznamen „The Special One“ hat.


Ehe ich verzweifele gehe ich mit meinem Freund Friedel, der zwei Stockwerke tiefer wohnt, eine große Runde laufen. Das ist wie ein Jungbrunnen für mich. Die Stadt, ein Freund an meiner Seite, die Bewegung. Alles ist gut. Tobi ist in der Zwischenzeit mit den Mädchen ins Kino gegangen. Petersson und Findus steht auf dem Programm. Tobi hat alles im Griff, was allerdings auch daran liegt, dass Lotta und Ella sich mit Popcorn vollstopfen.


Als ich wieder zu Hause bin, sind die Drei noch nicht wieder da. Die Chance nutzt der Opa, um sich aufs Sofa zu legen und eine Stunde zu schlafen. Das Leben kann so schön sein!


Tobi kehrt mit den Kindern zurück und eigentlich wollen wir noch mal raus. Doch da läuft gar nichts. Jetzt ist Lotta müde. Das bedeutet, dass sie ein echter Stinker ist. Sie will fernsehen, fernsehen und fernsehen. Tobi sagt nein und Lotta heult. Das ist nichts für den Opa. Gehe ich also allein eine Stunde spazieren. Die Stadt verschwindet gerade in der Dämmerung und ich lasse meinen Gedanken freien Lauf. Das genieße ich.


Als ich wieder zu Hause bin, hat Tobi bereits alles im Griff. Wir bestellen eine Pizza, die Kinder sind wohlauf und eine halbe Stunde später sitzen wir am Tisch und futtern. Danach lese ich noch ein Buch vor und wir spielen ein bisschen im Kinderzimmer. Ich jage die Kleinen und die rennen quietschend vor Freude durch die ganze Bude. Am besten gefällt ihnen, wenn ich sie unter dem Küchentisch hin und her scheuche. Zum Schluss zeigt Lotta uns noch ihre Turnkünste. Sie zieht sich an der Rutsche, die im Zimmer installiert ist, nach oben, bemerkt nicht, dass sie bereits das Ende erreicht hat und segelt mit einem Salto und doppelter Schraube nach hinten auf den Fußboden. Direkt nach dem Aufprall auf dem Boden geht eine Sirene los, die jedem Einsatzwagen der Feuerwehr zur Ehre gereichen würde.



Tobi tröstet das Kind, Opa holt einen Waschlappen, der mit kaltem Wasser getränkt ist. Zehn Minuten später, nachdem Tobi Lottas Hintern, auf den sie geknallt ist, mit dem Waschlappen gekühlt hat, ist alles wieder Paletti. Die Kinder schlafen schnell ein.


Wir Alten schauen uns den Tatort an und lassen danach den Tag noch einmal Revue passieren. Männer ohne Frauen. Ja, das geht schon. Aber mit Frauen ist es besser. Da sind wir uns beide einig.


Lotta macht mich wach. Die Kleine kuschelt sich noch ein bisschen unter Opas Decke und dann gehen wir das Frühstück an. Tobi macht die Mädchen fertig, ich hole Brötchen. Heute dürfen wir nichts vergessen, sonst machen sich Anna und Tobi später über uns lustig.


Ich schäle den Kindern einen Apfel für die KiTa, das Sportzeug für Lotta vergessen wir auch nicht. Dann schnappe ich mir die Mädchen uns setze sie ins Lastenrad. Jetzt bin ich der Babboe, so heißt das Rad nämlich. Mit so einer Karre durch die Stadt zu fahren, ist schlichtweg nur geil. Ich erfreue mich an jedem Meter, den ich durch die Stadt kurbele. Lotta gibt die Richtung an, damit der Opa sich nicht verfährt. Zehn Minuten später sind wir an der KiTa. Ich liefere die beiden Racker ab und die verschwinden sofort in der Kinderschar.


Wieder zu Hause lege ich noch ein kleines Frühstück nach und warte auf Anna und Kathrin. Dann sind die Tage der „Männer ohne Frauen“ vorbei. Gott sei Dank. Ich bin mittlerweile zu alt für diese Art von hochspezialisierter Kinderbetreuung. Die Frauen können das wesentlich besser als der Opa. Aber ob sie mit Tobi mithalten können, da bin ich mir seit diesem Wochenende nicht mehr so ganz sicher…

         

 

Thomas Knackstedt 

 

 

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