N E U : 22. Januar 2019      


Link oder Leben macht Frühsport.


Laufen läuft mal wieder.


Der Pressebericht zur Winterlaufserie steht in Link oder Leben.


Link oder Leben hat einen Buchtipp von Herzen.


Eine neue Geschichte steht auf der Startseite.


Das Mittwochtraining steht in Laufen.


Noch einmal befasst sich Laufen mit Schuhen.


Schreiben hat eine neue Geschichte.


      

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.      



 

Der Pastor und das Hühnerbein. 

 

Ich wiederhole mich gern: Die besten Geschichten schreibt das Leben. Vor kurzem durfte ich eine dieser Geschichten hören, obwohl sie sich schon vor etlichen Jahren zugetragen hat. Ich traf den Vater eines alten Freundes wieder. Mein Freund stieß in der Realschule zu uns. Es dauerte nicht lange und wir wurden beste Freunde. Seine Eltern hatten im Nachbarort eine Bäckerei und ich war dort oft und gern zu Gast. Die Backstube war für mich so etwas wie das Paradies. Wenn der Vater meines Freundes Zuckerkuchen aus dem riesigen Backofen holte und wir den warmen Kuchen kosten durften, war das mit nichts auf der Welt zu vergleichen. Ich brauche heute, über 40 Jahre danach, nur die Augen schließen und ich habe den Geruch dieser Tage aus der Backstube wieder in der Nase. 

 

Wir waren über ein paar Jahre wirklich dicke Freunde. Nach der Schule spielten wir zusammen in einer Fußballmannschaft und fuhren im alten Mercedes meines Freundes durchs Land. Doch dann trennten sich unsere Wege. Mein Freund wurde Lehrer in Hamburg, ich landete beim Grenzschutz in Duderstadt. Unsere Wege kreuzten sich nur noch, wenn wir uns bei einem Marathon trafen, denn: Mein Freund war mittlerweile Hamburger Marathonmeister und ich wollte unbedingt einen Marathon laufen. Doch all das ist lange her. 

 

Vor einem Jahr starb die Mutter meines Freundes. Ich hatte sie fest in mein Herz geschlossen und auf der Beerdigung sah ich viele alte Bekannte wieder. Der Vater lebte jetzt allein in dem riesigen Haus. 

 

Vor kurzem lief ich durch den kleinen Ort und sah den Vater vor dem Haus stehen. Ich hielt an und wir quatschten drauf los. Natürlich ging es ums Laufen. Der Vater sagte irgendwann: „Weißt du noch, wenn die Trainingsgruppen aus Hamburg hier waren?“ Ich nickte mit dem Kopf. „Da ist mir mal etwas passiert, das habe ich bisher nie jemandem erzählt.“ Und dann erzählte er mir eine Geschichte, die mich fast aus den Schuhen haute. 

 

Mein Freund trainierte mit Hamburger Spitzenläufern in unserem kleinen Mittelgebirge. Die Trainingsmöglichkeiten hier sind Hundertmal besser als in der großen Stadt. Einmal war eine Gruppe von einem Dutzend Läufern da. Frauen und Männer, selbst Kinder der Läufer waren dabei. Natürlich gab es in der Großstadt schon Trends, die bei uns völlig unbekannt waren. So wurde der Vater meines Freundes mit einer Läuferin bekannt gemacht, die Veganerin war. So etwas war auf dem Dorf unbekannt. Der Sohn erklärte dem Vater, worum es dabei ging und der Vater vergaß das wieder. Solch seltsame Moden musste man sich nicht merken.


 

 

Als die Läufer nach einem Trainingstag am Tisch saßen, schlachtete der Vater meines Freundes zur Feier des Tages ein Huhn. Der Sohn einer Läuferin, nämlich der besagten Veganerin, schaute zu und war begeistert. Der Knabe war vielleicht 10 Jahre alt. Der Vater meines Freundes schlug dem Huhn den Kopf ab, nahm es aus, rupfte es und entfernte die Beine. Während er dabei war, dachte er daran zurück, wie sein eigener Vater ihm das erste Mal gezeigt hat, wie man ein Huhn schlachtet. Sein alter Herr hatte da immer einen bestimmten Kniff drauf. Er nahm eins von den abgetrennten Beinen und zog an der Sehne im Bein. Dabei zogen sich dann die Krallen des Hühnerfußes zusammen. Das machte den Kindern ein bisschen Angst und der Vater lachte sich dann ins Fäustchen. Na ja, genau das fiel dem Vater meines Freundes ein. Schon hatte er ein Hühnerbein in der Hand und zeigte genau diesen Trick dem Jungen aus Hamburg. Der war komplett von den Socken. Er strahlte übers ganze Gesicht, lachte, nahm dem Vater meines Freundes das Hühnerbein aus der Hand und rannte ins Haus. Damit begann das Unheil… 

 

Der Vater meines Freundes verharrte kurz. Irgendetwas stimmte nicht. Was hatte er übersehen? Er war sich nicht schlüssig, wollte aber lieber dem Jungen hinterher gehen. Der war inzwischen in der Stube gelandet, wo die gesamte Läufertruppe am Tisch saß. Der Junge rief laut: „Schaut mal“ und baute sich mit dem Hühnerbein direkt vor seiner Mutter auf. Er zeigte den Trick und wurde mit einem spitzen Panikschrei seiner Mutter belohnt. Der  Vater meines Freundes war schon im Flur, als der den hysterischen Schrei hörte. Als er die Stube betrat, war die Mutter des Jungen bereits aufgesprungen und rannte aus dem Raum. Als sie den Vater meines Freundes passierte, schrie sie ihn an: „Mörder! Mörder!“ und weg war sie. Es herrschte betretenes Schweigen im Raum und der Vater meines Freundes stammelte nur: „Ich…ich… wusste doch nicht.“ Dann machte sich die Hälfte der Gesellschaft in gesteigertem Tempo auf die Verfolgung der geschockten Veganerin. Die lag im Gästezimmer auf dem Bett und heulte Rotz und Wasser. Keiner der Anwesenden war in der Lage sie zu beruhigen. Die Lage spitzte sich sekündlich zu, wurde geradezu dramatisch. Der Vater meines Freundes stand im Hintergrund und sagte nur: „O Gott, O Gott, O Gott.“ Dann hatte er eine Idee. 

 

Er rannte aus dem Haus die Straße hinauf zum Pfarrhaus. Dort wohnte der alte Pfarrer, den er gut kannte. Wenn einer mit Menschen konnte, dann dieser Gottesmann. Der Vater meines Freundes klopfte mit den Fäusten gegen die Tür und der Gottesmann öffnete Sekunden später. Der Vater meines Freundes erklärte dem Pfarrer, was vorgefallen war und zusammen machten sich die beiden Männer zur Bäckerei auf. 

 

Der Pfarrer war wirklich gut. Er schickte alle Anwesenden aus dem Zimmer und redete eine halbe Stunde lang auf die verstörte Großstädterin ein. Das wirkte. Sie kam wieder aus dem Zimmer, hatte sich beruhigt und setzte sich wieder zu den anderen. Der Vater meines Freundes sagte lieber nichts. Im Geheimen schwor er sich nur eins: Nie wieder würde er zur Feier des Tages ein Huhn schlachten, wenn Besuch aus der Stadt da war…



Thomas Knackstedt

 


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