Laufen wird unliebsam überrascht.
Link oder Leben trainiert für den Staffelmarathon.
Schreiben hat den Pressebericht zum Helgoland Marathon.
Laufen berichtet von einem ganz besonderen Training.
Link oder Leben schaut auf "Geheimwaffen" und Langläufer.
Laufen schaut auf den Helgoland Marathon.
Auf der Startseite gibt es eine Homestory zur RTF Leinebergland.
Link oder Leben hat ein langes Wochenende.
Vom Laufen und Schreiben...
...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Hils-Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.
Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.
Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von unseren Läufern.
"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.
Sonne, Berge und Schmalz-Stullen.
Die Sonne strahlt an einem azurblauen Himmel. Das Thermometer meines Fahrrad-Tachos zeigt 20 Grad an. Das Alles an einem Freitagmorgen um kurz nach 9 Uhr. Der 1. Mai ist traditionell der Tag der RTF-Leinebergland Rad-Rundfahrt. Hier treffen sich 500 Radfahrer, die sich auf Strecken von 40 bis 150 Kilometern Länge untereinander messen wollen. Ich stehe nicht das erste Mal hier am Start. Die Veranstaltung hat Charme und Klasse. Vor allem aber bekommt der Amateursportler hier noch etwas für sein Geld. 15 Euro Startgebühr sind ein Witz, für all das, was man hier geboten bekommt.
Da hat sich auch das Aufstehen um 6 Uhr gelohnt. Ich habe Jan abgeholt und danach Mario eingesammelt. Die Räder haben wir im Auto verstaut. Die Anfahrt nach Gronau, wo die RTF startet, fand schon in bester Stimmung statt. Die Jungs haben Bock zu fahren. Sehr schön.
Warten auf den Start.
Mit mir zusammen stehen Jan, Mario und JP im Startbereich des Rennens. Wir wollen die Tour gemeinsam fahren. Zumindest Mario und Jan, meine Lauf-Freunde, stellen fest, wie wir da finanziell doch bei manchem großen Marathon oder anderen Lauf- oder Triathlon-Veranstaltungen regelrecht „abgezogen“ werden. Da ist diese RTF eine verdammt rühmliche Ausnahme.
Gleich geht es los.
Vor dem Start quatschen wir noch mit anderen Teilnehmern. Natürlich sind es Mario und Jan, die wieder Mal jede Menge Menschen kennen. Das geht mir seltsamerweise nie so. Um uns herum sehen wir Fahrräder, die zum Teil ein kleines Vermögen gekostet haben. Da können wir mit unseren Drahteseln nicht mithalten. Aus der Vergangenheit weiß ich allerdings auch, dass es darauf nicht unbedingt ankommt. Wir wollen die 115 Kilometer Runde fahren. Für die braucht man vor allem Fitness. Ich vermute, dass wir diesbezüglich nicht schlecht aufgestellt sind.
Dann werden die ersten Fahrer auf die Strecke gelassen. Es werden im Zwei Minuten-Abstand kleine Felder von ca. 30 Fahrern gestartet. Wir sind im vierten Block dabei. Die ersten 20 Kilometer sind flach, da pendelt sich die Geschwindigkeitsanzeige auf dem Tacho zwischen 30 und 40 km/h ein. Ein flotter Start. Wer das Gefühl, in einem großen Feld zu fahren, noch nicht kennt, wird jetzt spüren, wie viel das ausmacht. Der Windschatten beschleunigt extrem. Es dauert nicht lange und wir fahren auf den Block auf, der vor uns gestartet ist. Jetzt sind es bestimmt 80 Fahrer, die in einer Gruppe fahren. Das ist mir persönlich ein bisschen zu voll, aber ich weiß, dass sich das gleich ändern wird.
Fahren im Feld.
Mit dem Anstieg zur Wernershöhe wartet die erste echte Steigung auf uns. In den Vorjahren habe ich hier gelernt, dass es beim Rad fahren, wie beim Laufen ist. Es gibt nicht viele Amateursportler, die stark am Berg sind. Ich bin am Ende eines Feldes von 40 Fahrern, als wir in den Berg fahren. Das Tempo geht sofort runter und ist mir zu langsam. Also schere ich aus und überhole das Feld. An der Spitze fahre ich mein Tempo. Ich weiß, dass meine Mitfahrer an meinem Hinterrad kleben. Einen Großteil des Feldes lassen wir jetzt hinter uns. Oben angekommen wartet die erste Verpflegungsstelle. Es gibt Weißbrot mit Marmelade, Kekse, Obst, Wasser, Iso-Getränk, vor allem aber: Schmalz-Stullen! Ich liebe das. Bei einem Langstreckenlauf wäre so eine Stulle das Ende. Bei einem Radrennen ist es der geschmackvolle Beginn.
Mittlerweile ist das große Feld auch da. Auf der anschließenden Abfahrt werden wir dutzendfach überholt. Manchmal in gefährlichen, teilweise idiotischen Überholmanövern. Schnell bergab fahren können anscheinend alle. Kurz vor Alfeld teilt sich das Feld. Die 150 Kilometer Fahrer biegen ab und wir fahren in einer Gruppe von 20 Fahrern nach Alfeld. Von dort geht es in einem kurzen Steilanstieg nach Warzen hinauf und anschließend weiter bergauf Richtung Hohenbüchen. Bis zum Beginn des Anstiegs nach Warzen verstecken wir uns im Feld. Als der Berg beginnt, fahren wir nach vorn und sind nach 500 Metern für uns allein. Der Rest kann nicht mithalten. Ich freue mich über meine guten Beine und über die Fitness meiner Freunde. Das tut sich gut an.
In Hohenbüchen gibt es wieder Verpflegung. Wir trinken und ich setze das Programm „Schmalz-Stulle“ fort. Schon warten die nächsten Anstiege. Ab hier bestreiten wir das Rennen zu viert. Ganz sicher gibt es im Feld noch Fahrer, die am Berg schneller sind als wir, aber viele werden das nicht sein.
In Grünenplan wartet Kathrin auf uns. Wir stoppen kurz und dann geht es auch schon zum Roten Fuchs hinauf. Hier liefern sich Jan und Mario eine kleine Tempo-Schlacht, während JP und ich etwas zurückbleiben. Ich denke nur: „Gebt ordentlich Gas. Ich hebe mir meine Körner für die letzten Anstiege auf.“ Gleichzeitig bewundere ich Jan, der ohne große Vorbereitung so ein Tempo fährt und mit Mario mithält. Er kann wirklich „beißen.“
Roter Fuchs.
Vom Fuchs fliegen wir nach Holzen hinunter. Dann geht es über die hügelige Nebenstrecke nach Bodenwerder. Dort ist Verpflegungspunkt Nummer drei für uns. Ich genehmig mir das nächste Schmalzbrot und ein wenig Obst. Jetzt kommen noch vier Anstiege in schneller Reihenfolge. Wir fahren an der Weser entlang und dann nach rechts in den Berg nach Heyen. Die Landschaft hier ist traumhaft schön. Wir könnten auch im Allgäu sein. Die Räder rollen und wir sind gut unterwegs. Ich bin überrascht, wie sehr sich JP verbessert hat und wie Jan es wieder mal schafft mit jeder Menge Willenskraft die Kurbeln zu drehen. Mit Mario bin ich in diesem Jahr schon ein paar Runden gefahren. Bei ihm weiß ich, wie stark er mittlerweile auf dem Rad ist. Die nächsten beiden Anstiege nach Bessinghausen und Richtung Harderode nehmen wir zusammen. Wir wechseln uns in der Führung ab und genehmigen uns dabei immer wieder den Windschatten des Vordermanns. Dann folgt der ultimative Schlussanstieg auf den Ith. Er ist das „Sahnehäubchen“ der Tour. Hier kann man noch mal so richtig leiden und jede Menge Kalorien verbrennen. Ich komme schnell den Berg hoch und bin sehr zufrieden mit mir. Meine Mitfahrer sind direkt hinter mir. Verdammt, sind die alle gut drauf. Jetzt heißt es erst einmal steuern und die rasante Abfahrt nach Lauenstein zu meistern. Danach geht es nach Salzhemmendorf, wo direkt im Ort noch einmal eine kleine Steilwand von 300 Metern Länge wartet. Dann ist Verpflegungspunkt vier erreicht.
Letzter Verpflegungspunkt.
Wo ist der Teller mit den Schmalz-Stullen? Ah, da steht er! Sehr gut. Noch ein wenig Wasser nachtanken, die Pferdchen satteln, und weiter geht es. Hinten raus ist jede Menge Flachstrecke vorhanden. Wir geben noch einmal Gas, auch wenn der Wind uns jetzt ein wenig ärgert. Ich bin echt überrascht, wie JP uns vorantreibt. Hinter ihm zu fahren ist für mich immer ein Genuss. Zum einen sorgen JP’s breite Schultern dafür, dass man denkt man würde einen Wandschrank vor sich haben. Zum anderen hat man bei seinen zahlreichen Tattoos immer was zu schauen und zu lesen.
Wir haben jetzt die 100 Kilometer Marke erreicht und der Duft des Ziels ist bereits zu schnuppern. Es wartet allerdings noch die alte Bundesstraße 3 auf uns. Ein Schlagloch-Festival der ganz besonderen Art. Ich fühle mich unheimlich gut und gebe jetzt den Windschatten. Meine Mitstreiter folgen. Mario bekommt jetzt ein paar Probleme. Sein Magen meldet sich und er muss die letzten Kilometer echt beißen. Wieder in Gronau fliegen wir im Tiefflung durch den Ort und erreichen das Ziel. Die 112 Kilometer haben wir in 3:40 Stunden geschafft und sind dabei einen Schnitt von knapp über 30 km/h gefahren. Wenn man dann noch an die 1355 Höhenmeter denkt. Nicht schlecht für eine Läufertruppe. Wir sind jedenfalls alle happy und haben uns auf dieser Tour königlich amüsiert.
Das Datenblatt für Profil und Geschwindigkeit.
Im Ziel gibt es noch ein Radler auf Kosten des Veranstalters. Der darf sich heute für diese Veranstaltung auf die Schulter klopfen. Besser kann man eine Amateur-Sportveranstaltung nicht arrangieren und umsetzen. Hier zählt das Ehrenamt noch deutlich vor dem Verdienst. Es macht einfach Spaß, hier mitwirken zu dürfen. Ich bin mir relativ sicher, dass wir uns alle wiedersehen werden. Ob das dann immer noch so schnell geht und ob die Sonne die ganze Zeit scheint, steht in den Sternen. Doch darauf kommt es auch gar nicht an. Zusammen mit den anderen eine sportliche Leistung zu erzielen, dass ist der Kern dieses Tages. Den haben wir getroffen. Das Dabeisein war hier wirklich alles.
Thomas Knackstedt
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