N E U : 24. Juni 2022      


Schreiben hat eine neue Geschichte.


Laufen macht beim Training das Birkholz unsicher.


Link oder Leben hat einen Serientipp für Euch.


Laufen hat das Wochenende.


Die Startseite hat die komplette Grodzisk-Homestory.


Link oder Leben hat das Mittwochtraining.


Laufen hat den Pressebericht zum Grodzisk Halbmarathon.


Link oder Leben läuft Halbmarathon.


     

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.     




Zwei Mal Dreißig macht Sechzig!


Es ist kurz vor 9 Uhr am Samstag und Besi kommt mit dem E-Roller angefahren. Es geht wieder einmal nach Grodzisk und ich weiß, dass Besi genau so gern dorthin fährt wie ich. Schauen wir mal, wie das in diesem Jahr mit der neuen Delegation der Gemeinde wird.



Kurze Zeit später fährt Micha mit dem Bus vor. Der Bürgermeister Stefan und das Gemeinderatmitglied Tim hat er schon eingeladen. Auf der Fahrt nach Polen haben wir 6 Stunden Zeit, um uns ein wenig zu „beschnuppern.“ Man kennt sich nur flüchtig oder gar nicht. Für Besi, Micha und mich trifft das allerdings nicht zu. Wir waren schon oft zusammen in der Partnerstadt.



Die Fahrt geht problemlos über die Runden. Natürlich wartet Roman schon und begrüßt uns herzlich. Das Hotel Behapovic heißt jetzt Reslinski. Wieso? Roman erklärt irgendetwas von Mode, Trend und Subventionen. Na ja… bis auf den Namen hat sich nichts geändert. Besi und ich beziehen unser Zimmer und das ist hervorragend. Fünf Minuten später hat der Hotelchef ein Schnitzel mit Kartoffelecken auf den Tisch gezaubert. Polnischer Service, wie wir ihn seit Jahren kennen.


Natürlich ist auch wieder eine Hochzeitsfeier in dem großen Hotel. Die ersten, gut gekleideten Gäste, sind schon zu sehen. Nach dem Essen fahren wir zum Marktplatz. Dort ist der Mini-Marathon im Gang. Wie eine 15.000 Einwohner-Stadt so viele Kinder auf die Laufstrecke bringt, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Wir schauen, fachsimpeln und dann geht es auch schon wieder zurück ins Hotel.




Der offizielle Empfang findet im Kleinen Saal des Hotels statt. Die Bezeichnung ist ein Witz. Der Kleine Saal ist verdammt groß. Knapp 80 Leute sind im Saal. Der Bürgermeister empfängt die verschiedenen Delegationen aus Deutschland, Belgien und Polen. Es werden viele Reden gehalten und Geschenke ausgetauscht. Ganz schön, mir aber viel zu steif. Dann gibt es Essen. Besi und ich haben uns die besten Plätze gesichert und schaffen es tatsächlich auf Platz 1 und 2 beim Schweinebraten. Morgen beim Halbmarathon werden wir von solchen Platzierungen nur träumen können. Das Essen ist wie immer phantastisch. Wir lassen es uns gut gehen und beschließen das Mahl mit Kuchen. Danach quatschen wir am Tisch mit unseren belgischen Freunden Mil und Herrmann. Auch Roman stößt dazu. So liebe ich den Besuch in Polen.



Anschließend geht es noch auf ein Bier draußen im Hof. Im Fernsehen läuft Fussball. Die Niederlande spielen gegen Polen. Einerseits ist das recht unterhaltsam, andererseits stelle ich fest, dass mir meine Läufer fehlen. Ich sehe an Besis Augen, dass er mit mir fühlt. Unsere Delegation sitzt zusammen am Tisch, doch so richtig Stimmung kommt nicht auf. Als Besi und ich ins Bett fallen, bin ich froh, dass  Besi das genau so sieht wie ich. Wir schauen uns noch die Nachrichten an, dann wird geschlafen.


Teil 2


Unsere "Offiziellen" sind schon um halb Sieben beim Frühstück. Besi und ich stehen erst um 06:45 Uhr auf. Ich schaue aus dem Fenster, sehe einen strahlend blauen Himmel und spüre die Wärme. Ich sage nur: "Verdammt Besi. Das wird wieder ein Lauf in der Bratpfanne."


Wir frühstücken und Roman kommt dazu. Es ist ganz schön was los. Nachdem Roman sich einen Kaffee aus dem Automaten geholt hat, geht der Automat nicht mehr. Roman sagt, er könne nichts dafür. Na ja...


Ich stelle fest, dass ich das Sonnenöl vergessen habe. Dafür findet Besi seine Laufhose nicht. Wir einigen uns darauf, dass ich etwas von seinem Sonnenöl bekomme und er meine zweite Laufhose erhält. Geht doch. Ich schnappe mir das Sonnenöl und sage: „Sonnenschutzfaktor 30.  Wenn ich so nach draußen schaue, ist das zu wenig.“ Besi erwidert: „Dann reiben wir uns zwei Mal ein. Das macht dann Sonneschutzfaktor 60.“ Wir lachen.


Als wir zum Start gehen ist es für 08:30 Uhr unsagbar warm. Die Luft steht, die Sonne brennt wie Feuer. Na super! Auf dem Weg in die Stadt sehe ich ein perfektes Fotomotiv und Besi schießt einen tollen Schnappschuss mit einer polnischen Kollegin und mir.



Rund um den Marktplatz ist die Hölle los. 3000 Starter und ein Wahnsinnstrubel. Auf dem Platz treffen wir Dominika. Wir umarmen uns und wünschen uns Glück. Was soll jetzt noch schiefgehen? Wir suchen uns noch einen Schattenplatz und dann geht es los.



Beim Start explodieren nicht nur die Konfettikanonen, sondern auch die Stimmung im riesigen Startblock. Das Feld rennt in die Hitze und nach 3 Kilometern gehen die Ersten. Puh! Die Hitze nimmt einem den Atem. Ich habe mich entschlossen, bei Besi zu bleiben. Wir sind beide momentan komplett aus dem Lauftraining und haben auch ein paar "Karosserieschäden" zu beklagen. Vor uns sind die 2 Stunden Zeitläufer mit ihren Fahnen. Wir sind dahinter und verlieren nach und nach immer mehr den Kontakt. Wobei das doch eigentlich so ungefähr unsere Zeit werden sollte.



Die Läuferschar ist bunt. Sehr bunt. Die Zuschauer draußen puschen die Läufer gnadenlos.  Die Wärme ist extrem limitierend. Bei Kilometer 9 wartet Roman am Straßenrand. Er begleitet uns und fotografiert. Er wird sich denken: Auweia! Die sehen angefasst aus. Besi nimmt jede Wasserdusche mit. Davon gibt es reichlich. Wir sind langsam, doch die Hitze macht jeden Schritt zur Qual.


 


In der Nähe des Marktplatz, am Ende von Runde 1, will Besi langsamer und allein weiterlaufen. Das verstehe ich. Ich kenne das selbst. Wenn man schwer zu kämpfen hat, braucht man keinen Mitläufer. Dann muss man sich voll und ganz auf sich selbst konzentrieren. Zudem ist es ein bisschen wie in der Tierwelt. Wenn es ans "Sterben" geht, zieht man sich zurück.



Ich laufe zunächst unser Tempo weiter. Die Runde hatten wir in 61 Minuten gelaufen. Bis Kilometer 15 habe ich einen echten "Hänger." Ich bin echt am Überlegen, ein paar Meter zu gehen. Allerdings weiß ich genau: Wenn ich das mache, ist das der Anfang vom Ende. Also konzentriere ich mich auf das bunte Läuferfeld um mich herum und setze einen Fuß vor den anderen.
Die 2 Stunden-Zeitläufer und ihre Fahnen sehe ich schon nicht mehr, als ich plötzlich merke, dass es besser geht. Also mache ich mich auf den Weg. Bei Kilometer 19 überhole ich die Fahnen der Zeitläufer, bei Kilometer 19,5 schaue ich auf das Thermometer einer Apotheke. Es zeigt 34,6 Grad an. Das ist eine ganze Menge. Ich schieße noch ein Foto von einer Stimmungstruppe am Streckenrand. Das lasse ich mir nicht entgehen. Auch die letzte Wasserdusche muss aufs Bild.


 


Auf dem letzten Kilometer sind meine Beine zwar schwer, aber ich bin froh, dass ich durch bin. Nach 1:58 Stunden erreiche ich das Ziel und bin ziemlich am Ende.


Im Ziel treffe ich Michael und Mil. Wir setzen uns in den VIP-Bereich auf einen schönen Schattenplatz. Immer mehr Läuferinnen und Läufer kommen ins Ziel. Für mich jede und jeder ein kleiner Held. Besi kommt nach 2:17 Stunden rein. So richtig gut sieht er nicht aus. Ich allerdings auch nicht. Wir beglückwünschen uns, durchgekommen zu sein und setzen uns auf eine Mauer am Zieleinlauf. Bei einem kühlen Bier sieht die Sache dann schon wieder anders aus. Wir quatschen noch ein wenig und dann gehen Besi und ich zu Fuß zum Hotel zurück. Als ich von der Mauer aufstehe, lasse ich dort eine riesige Schweißpfütze zurück. Im Hotel duschen wir und hauen uns noch eine  halbe Stunde aufs Bett. Verdammt, tut das gut! Ich stelle ein bisschen Musik von Marc Cohn an, das fühlt sich fast wie eine Massage an.



Als wir uns wieder auf den Weg zum Marktplatz machen, kommt unsere Delegation schon wieder zurück. Es soll nach Hause gehen. Für Besi und mich total enttäuschend. Wir sind es gewohnt, bei unseren polnischen Freunden noch den Nachmittag im Garten zu sitzen, zu reden und zu lachen. Freundschaften zu pflegen und zu genießen. All das findet jetzt nicht statt. Das ist schade und traurig zugleich, weil Freundschaft so nun einmal nicht funktioniert.


Zum Glück sind wenigsten Gosja, Domenika, Roman, Kasper, Jan, Mil und Hermman noch zum Hotel gekommen. Die wissen, wie es geht. Wir umarmen uns herzlich, wünschen uns ein baldiges Wiedersehen und wissen schon jetzt, dass wir dann viel mehr Zeit mitbringen werden. Versprochen!


Thomas Knackstedt



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