N E U : 26. September 2022      


Laufen hat den Pressebericht zum Northeimer Stadtlauf.


Link oder Leben schaut auf den Wochenend-Wettkampf.


Laufen berichtet über einen starken "Newcomer."


Die Startseite hat eine neue Geschichte.


Link oder Leben berichtet von einer besonderen Laufgruppe.


Laufen hat die Große Pyramide.


Das Mittwochtraining steht in Link oder Leben.


Schreiben berichtet über Trainingspartner.


     

Vom Laufen und Schreiben...  

 

...berichtet diese Website. Zum einen geht es allgemein um eine der schönsten Nebensachen der Welt; das Laufen. Im Besonderen werden die Läufer des Delligser Lauftreffs "unter die Lupe" genommen. Wettkämpfe, Vorbereitungen, Homestories und mehr.  

 

Dazu wird geschrieben. Über das Laufen, das Leben, die Liebe, und jedes andere Thema, das sich mit schwarzen Buchstaben auf weiße Seiten schreiben lässt.   

 

Im Bereich "Laufen" findet ihr Wettkampfberichte und Aktuelles von den Delligser Läufern.

 

"Schreiben" wird euch mit ein wenig Lesestoff versorgen. "Link oder Leben" hält den ein oder anderen Tipp für Euch parat und macht auf interessante Seiten aufmerksam. Im "Gästebuch" könnt ihre berichten, wie Euch die Seite gefällt, oder auch nicht.     




Minoris Lachen.


Wenn der Zufall dir Geschenke ins Leben weht, solltest Du nicht fragen wieso und warum. Du solltest dankbar sein, dass das Leben dich immer und immer wieder überraschen kann. Je unwahrscheinlicher, je schöner. 


Als dieser junge Mann aus dem 9000 Kilometer entfernten Osaka in unser Leben geschneit ist, hatten wir nicht die geringste Ahnung, wie sehr das unser Denken und Leben verändern würde. Seishiro war 17 Jahre alt und wirkte in seinem Denken und Handeln auf uns so viel reifer als sein wirkliches Alter das vermuten ließ. Es dauerte nicht lange, bis wir ihn ganz fest in unser Herz geschlossen hatten. Es waren seine Freundlichkeit, sein offenes Wesen, seine Fähigkeit zum Staunen und sein Humor, die uns für ihn einnahmen. Wir verbrachten einige Wochen zusammen und erlebten dann einen schmerzhaften Abschied. Die große Entfernung machte tatsächliche Nähe unmöglich. Telefonate und Whatsapp-Videocalls sind ja ganz nett, aber eine richtige Beziehung ist etwas völlig anderes. 


Wir warteten auf eine zweite Chance, ohne zu wissen, ob sie jemals eintreffen würde. Dann, vier Jahre später, war es soweit: Seishiro meldete sich für einen Besuch an. Unsere Herzen machten einen gewaltigen Satz. Als er uns mitteilte, dass er seine Freundin Minori mitbringen würde, steigerte das unsere Freude nur noch. Wir zählten die Tage bis zu unserem Wiedersehen. Dann wollten wir fünf Wochen zusammen verbringen. Das hörte sich viel an, aber mir war schon klar, dass diese Wochen im Eilzugtempo vergehen würden. 


Als wir uns am Bahnhof in die Arme fielen, fühlte sich das an, als wären wir niemals getrennt gewesen. Das war ein unglaublich schönes Gefühl. Seishiro stellte uns Minori vor. Das erste was mir auffiel, war ihr klares, helles, offenes, wundervolles Lachen.


Es kam, wie es kommen musste. Die Zeiger der Uhren rasten in wahnsinnigem Tempo über die Zifferblätter. Wie kann das sein, dass wunderbare Momente vorbeihuschen wie Sternenraketen, während das Leid die Fähigkeit hat, die Zeit still stehen zu lassen? Ich weiß es nicht. 


So wie es Seishiro vor vier Jahren schaffte, eroberte auch Minori unsere Herzen im Sturm. So klein diese junge Frau auch war, was in ihr steckte nötigte mir tiefsten Respekt ab. Sie sprach verschiedene Sprachen und es dauerte eine Zeit, bis wir bemerkten, dass sie eine phantastische Gitarristin, Sängerin und Klavierspielerin war. Daneben kann man sich auch als großer Mann ziemlich klein vorkommen. Größer als ihr Können war nur ihr Bescheidenheit. Eine seltene Kombination. 


Unsere Abende wurden zu regelrechten Festen veredelt. Livemusik der allerschönsten Sorte schmeichelte unseren Ohren. Dazu verwandelte sich jedes Essen in ein Festmahl, dessen Ziel es zu sein schien nichts, aber auch wirklich gar nichts, in den Töpfen übrig zu lassen. 


Wir machten keine großen Reisen oder suchten teure, aufwendige Abenteuer. Wir suchten, und fanden, nur uns. Wir spazierten durch die Wälder, spielten mit unserem Hund Arkadi, flogen von einem nahe gelegenen Flugplatz mit einer einmotorigen Maschine über unser Haus. Wir lagen nachts im Garten und beobachteten Sternschnuppen oder suchten das Kaninchen auf der Oberfläche des Mondes. Wir schauten Filme, redeten bis tief in die Nacht hinein und versuchten, uns gegenseitig unsere Welten zu erklären. Begleitet wurde das stets von Minoris Lachen. Einem Lachen, das ansteckender ist, als jede noch so gefährliche Infektionskrankheit. Wobei…


Es legte sich bereits ein kleiner Trauerschleier auf unser Denken, als der Tag der Abreise immer näher kam. Doch dann spielte das Leben wieder einen seiner Joker aus. Der ging zunächst auf Kathrins Kosten. Sie erkrankte an Corona. Dann war ich dran, dann Minori. Allerdings konnten die paar Viren lediglich ihren Rückflug verhindern, gegen ihr Lachen hatten sie keine Chance. 


Jetzt sitzen wir hier und freuen uns über eine Katastrophe. Erst müssen alle wieder gesund sein, ehe der Flieger sich mit Minori und Seishiro auf den Weg nach Osaka machen kann. Aus fünf Wochen werden dadurch mindestens sechs. Schlimm? Nein! Im Gegenteil! Wir haben noch mehr Zeit für uns. Können noch mehr reden, noch mehr essen, noch mehr Zeit miteinander verbringen. All das wird mir schmerzhaft fehlen. Das weiß ich schon jetzt. Doch nichts davon werde ich so sehr vermissen wie Minoris Lachen.



Wer weiß, was das Leben noch mit uns anstellt. Ich habe weder Pläne noch eine Kristallkugel für die Zukunft. Ich werde mich überraschen lassen. Der Zufall hat unsere Leben schon so oft bereichert. Vielleicht gibt er uns die Chance auf ein Wiedersehen. Das würde uns glücklich machen. Ganz sicher. Ich halte mich ganz fest an einen der schönsten Gedanken, die ich kenne: Nur wer geht, kann auch wiederkommen. Doch egal, was auch passiert, Minoris Lachen hat seinen Platz in unseren Gedanken eingenommen. Von jetzt, bis ans Ende unserer Tage…


Thomas Knackstedt



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